Haftbefehlt erlassen
Tunesier als Chef der Attentäter von Madrid identifiziert

Spanische Ermittler haben einen Tunesier als mutnaßlichen Chef des Terror-Kommandos identifiziert, das vor drei Wochen die Anschläge in Madrid verübt hat. Der 36-jährige Serhane Ben Abdelmaji soll die Bombenanschläge vom 11. März, bei denen 191 Menschen getötet wurden, seit über einem Jahr geplant haben.

HB MADRID. Dies geht aus dem internationalen Haftbefehl hervor, den der Ermittlungsrichter Juan del Olmo gegen den flüchtigen Tunesier erließ. Die Justiz veröffentlichte am Donnerstag sechs Steckbriefe mutmaßlicher Terroristen. Neben dem Tunesier wird nach fünf Marokkanern gefahndet, die sich aus Spanien möglicherweise ins Ausland abgesetzt haben. Die Ermittler vermuten, dass sich die Männer in Marokko, Großbritannien oder Deutschland aufhalten könnten.

Der Tunesier hatte seit mehreren Jahren in Spanien gelebt und zuletzt in Madrid für eine Immobilienfirma gearbeitet. Laut Haftbefehl soll er Bekannte zum „Heiligen Krieg“ aufgestachelt und seit 2003 die Terroranschläge in Madrid geplant haben. Er soll auch das Landhaus beschafft haben, das die Terroristen als Bombenwerkstatt benutzt haben.

Einer der steckbrieflich gesuchten Marokkaner soll nach Angaben der Ermittler im Oktober 2000 in Istanbul Kontakt zum Terrornetzwerk El Kaida aufgenommen haben. Unter den Gesuchten sind auch zwei Brüder der einzigen Frau, die wegen des Verdachts der Beteiligung an den Anschlägen in Untersuchungshaft sitzt.

Der Ermittlungsrichter erließ keinen Haftbefehl gegen den Marokkaner Abdelkarim Mejjati, der in seiner Heimat wegen der Anschläge von 2003 in Casablanca gesucht wird. Nach Angaben der spanischen Presse soll der Mann auch bei den Attentaten von Madrid eine Rolle gespielt haben.

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