Haftstrafen
Schweizer Geschäftsleute in Libyen verurteilt

Seit Juli 2008 belasten zwei in Libyen festgehaltene Schweizer Geschäftsleute das diplomatische Verhältnis zu der Alpenrepublik. Nun sind beide zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Schweizer Regierung glaubt an eine Racheaktion von Libyens Staatschef Gaddafi, nachdem sein Sohn in der Schweiz verhaftet worden war.
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HB BERN/KAIRO/TRIPOLIS. Zwei seit Juli 2008 in Libyen festgehaltene Schweizer Geschäftsleute sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das bestätigte am Dienstagabend das Außenministerium in Bern. Wegen Visavergehen seien die beiden Schweizer von einem Gericht in Abwesenheit zu je 16 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die beiden befänden sich nach wie vor in der Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Tripolis, sagte ein Sprecher.

Zuvor hatte auch der Technologiekonzern ABB die Verurteilung bestätigt. Das Nachrichtenportal "Middle East Online" hatte unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Funktionär von den Haftstrafen berichtet. Die beiden Männer sollen zudem eine Geldbuße in Höhe von je 2000 Dinar (etwa 1090 Euro) zahlen. In Meldungen aus Tripolis hieß es, die Strafe sei wegen Visa - und Steuervergehen verhängt worden.

Bei den Verurteilten handelt es sich um den Chef der libyschen Niederlassung von ABB, Max Göldi, sowie um Rachid Hamdani, der als leitender Angestellter eines mittelständischen Unternehmens aus der Schweiz in Libyen arbeitete.

Die beiden wurden nach Einschätzung der Schweizer Regierung im Zusammenhang mit der Affäre Gaddafi festgehalten. Hintergrund des Streits zwischen beiden Ländern ist offenbar die Verärgerung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi über eine vorübergehende Festnahme seines Sohnes Hannibal und seiner Schwiegertochter am 15. Juli 2008 in Genf. Diese sollen Hausangestellte misshandelt haben, was sie bestreiten. Die beiden Geschäftsleute waren für einige Wochen an einen den Schweizer Behörden unbekannten Ort gebracht worden, weil Libyen angeblich ihre gewaltsame Befreiung durch die Schweiz befürchtete.

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