Hamas bricht Feuerpause
Rakete auf Tel Aviv zieht Luftangriffe nach sich

Nachdem militante Palästinenser die Waffenruhe gebrochen haben, reagiert Israel mit Dutzenden Vergeltungsangriffen und verlässt den Verhandlungstisch. Eine dauerhafte Waffenruhe in Gaza schien kurz zuvor noch möglich.
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JerusalemNach dem Ende einer weiteren Nahost-Feuerpause ist der Gaza-Konflikt wieder voll aufgeflammt. Israel wurde aus dem Gebiet am Mittelmeer mit Raketen beschossen und antwortete mit neuen Luftschlägen. Dabei starben nach palästinensischen Angaben am Dienstagabend mindestens drei Menschen, 40 weitere wurden verletzt.

Die Regierung in Jerusalem hatte ihre Verhandlungsdelegation zuvor schon aus Kairo abgezogen. Dort sollte sechs Wochen nach Beginn des Gaza-Kriegs eine dauerhafte Friedenslösung zwischen Israel und den Palästinensern gefunden werden. Die letzte Feuerpause endete sollte bis Dienstagabend um 2300 Uhr MESZ dauern und die Verhandlungen erleichtern.

Noch vor Ablauf der Feuerpause waren drei Raketen aus dem Gazastreifen in der Nähe der Wüstenstadt Birscheba eingeschlagen, sagte eine israelische Militärsprecherin. Israel reagierte sofort mit neuen Luftangriffen. Später heulten in weiten Teilen Israels wieder die Sirenen. Im Großraum von Tel Aviv schlug eine Rakete ein. Von Opfern oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Insgesamt seien etwa 50 Raketen am Dienstag auf Israel abgefeuert worden, teilten die Streitkräfte mit.

Die Hamas wies Israel mit seiner Besatzungspolitik die Schuld an der Eskalation der Gewalt zu. Schon zuvor hatte die Hamas Israel vorgeworfen, die Gespräche in Kairo über eine dauerhafte Gaza-Waffenruhe bewusst zu verzögern. Die „Manöver“ der israelischen Delegation verhinderten jeden Fortschritt, sagte der palästinensische Delegationsleiter Asam Al-Ahmed in Kairo.

Medien: Kurz vor Abschluss einer Waffenruhe

Laut palästinensischen Medienberichten standen beide Seiten kurz vor dem Abschluss einer mehrwöchigen Waffenruhe. Ein palästinensischer Politiker benannte die Stichpunkte einer grundsätzlichen Einigung mit Israel.

Aschraf al-Adschrami sagte dem israelischen Armeesender: „Die Punkte sind der Wiederaufbau des Gazastreifens, die Aufhebung der Blockade, die Öffnung der Grenzübergänge, die Lösung der Stromprobleme, die Einfuhr von Baumaterialien unter internationaler Kontrolle und die Ausweitung der Fischereizone im Gazastreifen.“ Von israelischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Als Reaktion auf den Beschuss erfolgten mindestens 25 israelische Luftangriffe, wie die palästinensische Polizei im Gazastreifen berichtete. Bei den Angriffen wurden nach Angaben der Palästinenser mindestens zwei Menschen getötet und mindestens 40 Menschen verletzt worden.

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Zukunft der Gespräche ungewiss

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