Hamas hält Name des Nachfolgers bislang geheim
Weltweite Kritik an Tötung von Hamas-Chef

Die gezielte Tötung von Hamas-Chef Rantisi ist international verurteilt worden. Israels Ministerpräsident Scharon dankte indes der Armee und kündigte weitere Tötungen von Extremisten an.

HB BERLIN. Regierungen in aller Welt haben den tödlichen Angriff der israelischen Armee auf den Führer der radikalpalästinensischen Organisation Hamas, Abdel Asis Rantisi, scharf verurteilt. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte am Sonntag in Paris, Deutschland habe gezielte Tötungen immer abgelehnt. «Wir halten das für ein Mittel, das nicht angewendet werden darf», sagte Fischer. «Die Ereignisse vor Ort erfüllen uns mit großer Sorge.»

Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, der irische Außenminister Brian Cowen, sagte, die Europäische Union sei «tief besorgt über den fortwährenden Kreislauf der Gewalt» zwischen Palästinensergruppen und israelischen Truppen. EU-Außenbeauftragter Javier Solana sagte in Brüssel, er sei besorgt, dass die Tat die Suche nach einer Lösung im Nahost-Friedensprozess «nicht erleichtern» werde.

Der britische Außenminister Jack Straw verurteilte die gezielte Tötung Rantisis als «ungesetzlich, ungerechtfertigt und kontraproduktiv». Auch die Regierungen in Italien, Portugal, Belgien und Australien sowie Jordanien und Iran kritisierten das Vorgehen der israelischen Regierung. UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte einen «unverzüglichen Stopp» der «außergerichtlichen Tötungen». Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, sprach von «Staatsterrorismus».

Die US-Regierung verurteilte die Tötung von Rantisi nicht ausdrücklich. «Israel hat das Recht, sich gegen Terroranschläge zu verteidigen», sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, am Samstag. Die USA machten sich jedoch «ernsthafte Sorgen um Frieden und Stabilität in der Region.» Die US-Regierung fordere Israel auf, «die Folgen seines Handelns sorgfältig zu bedenken». Weiter sagte der Sprecher von US-Präsident George W. Bush: «Wir rufen alle Parteien erneut dazu auf, nun äußerste Zurückhaltung zu üben.»

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