Hamas-Kämpfer töten Fatah-Funktionär
Neue Opfer im Gazastreifen

Der palästinensischen Führung droht die Kontrolle über die militanten Gruppen Fatah und Hamas zu entgleiten. Kämpfer der radikal-islamischen Hamas haben einen hohen Funktionär der rivalisierenden Palästinenserorganisation Fatah im Gazastreifen getötet.

HB GAZA. Es handle sich bei dem getöteten Mann um den Fatah-Generalsekretär Dschamal Abu Dschidian, teilten Krankenhausmitarbeiter und Sprecher der Fatah am Montagabend mit. Unterdessen ging das Blutvergießen im Gazastreifen ungeachtet einer neuen Waffenruhe weiter. Allein am Montag starben binnen weniger Stunden mindestens acht Palästinenser - sechs von der Fatah und zwei von der Hamas.

Die heftigsten Schießereien gab es in Bet Hanun im Norden, wo Hamas-Kämpfer in einem Krankenhaus drei Männer erschossen, nachdem ein Milizonär aus ihren Reihen getötet worden war. Zwei weitere Männer wurden nach Angaben aus Krankenhäusern in Gaza erschossen. Kämpfer der Fatah und Hamas lieferten sich Schusswechsel, obwohl beide Gruppen sich zuvor unter ägyptischer Vermittlung auf eine Feuerpause geeinigt hatten. Bereits am Vortag waren bei neuen Auseinandersetzungen mindestens drei Palästinenser getötet worden.

Nach Angaben der Fatah wurde am Sonntag ein zu der Gruppe gehörendes Mitglied der Präsidentengarde in Gaza von Mitgliedern der Hamas vom Dach eines Gebäudes gestoßen und getötet. Später sei ein Hamas-Aktivist auf dem Weg zu einer Moschee von Fatah-Kämpfern überfallen und getötet worden. Die Leiche eines Fatah-Mitglieds wurde in der Nacht zum Montag mit einem Kopfschuss gefunden.

Gleichzeitig verschärften militante Palästinenser im Gazastreifen nach mehreren Tagen Ruhe erneut ihre Raketenangriffe auf das israelische Grenzgebiet. Eine israelische Armeesprecherin teilte am Montag mit, es seien mindestens acht Raketen abgefeuert worden. Binnen eines Monats hätten Mitglieder der radikalen Gruppierungen mehr als 300 Kassam-Raketen und etwa 150 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, sagte die Sprecherin.

Eine Kabinettssitzung wurde am Montag abgebrochen, weil das Regierungsgebäude ins Kreuzfeuer eines Gefechts zwischen bewaffneten Kämpfern kam. Auf politischer Ebene sitzen beide Organisationen als Koalitionspartner am Regierungstisch. Wegen der Schüsse flohen Minister beider Seiten aus dem Gebäude.

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