Hamas kündigt neue Raketenangriffe an
Arafat ersucht Uno-Sicherheitsrat um Hilfe

Wegen der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen hat die palästinensische Regierung den Notstand ausgerufen. Bei einem gezielten Luftangriff wurden zwei Hamas-Aktivisten getötet.

HB BERLIN. In der seit vier Tagen andauernden israelischen Militäraktion namens «Tage der Reue» sind bis Samstag 47 Palästinenser und fünf Israelis ums Leben gekommen. Das palästinensische Kabinett rief wegen der Militäroffensive im Gazastreifen den Ausnahmezustand aus. Präsident Jassir Arafat forderte zudem die Einberufung des Uno-Sicherheitsrats.

Zugleich verurteilte Arafat das Vorgehen Israels als «barbarisch» und «kriminell». Israelische Angaben, wonach bei einem palästinensischen Raketenangriff auf die israelische Stadt Sderot zwei kleine Kinder getötet worden seien, wies er zurück. Die Kassam-Raketen hätten «nur Krach» gemacht, aber niemanden getötet, sagte er.

Israel hatte als Begründung für die Militäroperation angegeben, es wolle die Raketenangriffe auf israelisches Gebiet stoppen. Rund 2000 israelische Soldaten in hunderten Fahrzeugen besetzten deswegen ein etwa acht Kilometer breites Gebiet im Norden des Gazastreifens.

Bei einem gezielten Luftangriff der israelischen Armee kamen am Samstag zwei führende Hamas-Mitglieder ums Leben. Vier bewaffnete Palästinenser wurden nach Armeeangaben erschossen, als sie den Sperrzaun um den Gazastreifen überwanden und auf israelisches Gebiet vordrangen.

Militante Palästinenser riefen daraufhin den Samstag zu einem «Tag des Zorns» aus: Die Al-Aksa-Brigaden forderten die Geschäfte in den Autonomiegebieten zur Schließung auf und drohten Streikbrechern mit Sanktionen, dies legte das Geschäftsleben im Gazastreifen weitgehend lahm. Sie forderten zudem den Rücktritt des palästinensischen Ministerpräsident Ahmed Kurei.

Der bewaffnete Flügel der Hamas kündigte am Samstag in Dschebalija bei einer erstmals durchgeführten Pressekonferenz außerdem eine Ausweitung der Angriffe auf Israel an. Vier vermummte Mitglieder von Issedine al Kassam drohten in der Al-Nur-Moschee mit Raketenangriffen auf israelische Küstenorte, die bislang außerhalb ihrer Reichweite lagen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%