China verschärft anlässlich der Olympischen Spiele die Visaregeln für ausländische Studenten und Geschäftsleute. Die Wirtschaft warnt aber davor, die Neuregelung zu dramatisieren.
Studenten
Das Außen- und das Erziehungsministerium sowie das Ressort für öffentliche Sicherheit in Peking erklärten auf Anfrage des Auswärtigen Amtes in Berlin, dass ausländische Studenten, die nach den Spielen weiterstudieren, im Land bleiben dürfen. Ausreisen müssten diejenigen, deren Studium zu Ende geht. Diese Regelung habe es aber immer schon gegeben. Zuvor waren Meldungen kursiert, dass auch Ausländer, die ihr Studium nach Olympia fortsetzen, das Land während der Spiele verlassen müssten. Weder beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) noch bei den Hochschulen Peking University, Tsinghua und Beijing Foreign Studies war darüber aber etwas bekannt. Dass viele ausländische Studenten das Land verlassen müssen, weil ihr Visum mit dem Semester abläuft, sei nicht neu. Die Verlängerung des Visums muss nun allerdings persönlich im Heimatland beantragt werden und kann nicht mehr von den Universitäten vor Ort vorgenommen werden. Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums gibt es derzeit in China rund 1 300 deutsche Studenten. Rechne man noch Kurzzeitstudenten hinzu, seien es rund 2 700.
Geschäftsleute
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird Peking die Vergabe von Visa an Firmen künftig strenger kontrollieren, was zu längeren Wartezeiten führen könne. Auch bei der chinesischen Botschaft in Berlin werden künftig wohl nur noch Visa für 30 Tage ausgestellt. Deutsche Manager wollen das Thema aber im Außenministerium in Peking ansprechen. Deutsche Geschäftsleute, die bereits heute Visa zur mehrfachen Einreise haben, seien nicht betroffen. Eingeschränkt wird auch der „schnelle“ Weg der Visavergabe in Hongkong. Betroffen sei eine relativ „kleine Anzahl von Geschäftsleuten“, etwa Manager, die kurzfristig nach China wollen und bislang nach Hongkong geflogen sind und von da für einen Tag nach China fuhren, um zum Beispiel die Kanton-Messe zu besuchen. Das ist künftig nicht mehr möglich. Außerdem stellen die Behörden in Hongkong offenbar keine Visa mehr aus, die zur mehrfachen Einreise berechtigen. Mit der Neuregelung übernehme China aber nur internationale Standards, wie sie zum Beispiel in Kanada gelten. Dort würden Business-Visa auch nur für zwei Einreisen ausgestellt. Diese Praxis sei international durchaus üblich.


