0 Bewertungen
21.04.2008 

China verschärft anlässlich der Olympischen Spiele die Visaregeln für ausländische Studenten und Geschäftsleute. Die Wirtschaft warnt aber davor, die Neuregelung zu dramatisieren.

Studenten

Das Außen- und das Erziehungsministerium sowie das Ressort für öffentliche Sicherheit in Peking erklärten auf Anfrage des Auswärtigen Amtes in Berlin, dass ausländische Studenten, die nach den Spielen weiterstudieren, im Land bleiben dürfen. Ausreisen müssten diejenigen, deren Studium zu Ende geht. Diese Regelung habe es aber immer schon gegeben. Zuvor waren Meldungen kursiert, dass auch Ausländer, die ihr Studium nach Olympia fortsetzen, das Land während der Spiele verlassen müssten. Weder beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) noch bei den Hochschulen Peking University, Tsinghua und Beijing Foreign Studies war darüber aber etwas bekannt. Dass viele ausländische Studenten das Land verlassen müssen, weil ihr Visum mit dem Semester abläuft, sei nicht neu. Die Verlängerung des Visums muss nun allerdings persönlich im Heimatland beantragt werden und kann nicht mehr von den Universitäten vor Ort vorgenommen werden. Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums gibt es derzeit in China rund 1 300 deutsche Studenten. Rechne man noch Kurzzeitstudenten hinzu, seien es rund 2 700.

Geschäftsleute

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird Peking die Vergabe von Visa an Firmen künftig strenger kontrollieren, was zu längeren Wartezeiten führen könne. Auch bei der chinesischen Botschaft in Berlin werden künftig wohl nur noch Visa für 30 Tage ausgestellt. Deutsche Manager wollen das Thema aber im Außenministerium in Peking ansprechen. Deutsche Geschäftsleute, die bereits heute Visa zur mehrfachen Einreise haben, seien nicht betroffen. Eingeschränkt wird auch der „schnelle“ Weg der Visavergabe in Hongkong. Betroffen sei eine relativ „kleine Anzahl von Geschäftsleuten“, etwa Manager, die kurzfristig nach China wollen und bislang nach Hongkong geflogen sind und von da für einen Tag nach China fuhren, um zum Beispiel die Kanton-Messe zu besuchen. Das ist künftig nicht mehr möglich. Außerdem stellen die Behörden in Hongkong offenbar keine Visa mehr aus, die zur mehrfachen Einreise berechtigen. Mit der Neuregelung übernehme China aber nur internationale Standards, wie sie zum Beispiel in Kanada gelten. Dort würden Business-Visa auch nur für zwei Einreisen ausgestellt. Diese Praxis sei international durchaus üblich.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen: Mit einem in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellosen Rettungspaket in Höhe von 470 Milliarden Euro will die Bundesregierung die einheimische Fi...Bildergalerie 

  • Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise ...

    Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise reagiert

    Die 15 Staaten der Eurogruppe einigten sich am Wochenende auf gemeinsame Schritte, die zur Bewältigung der Finanzkrise von den Einzelstaaten umgesetzt werden sollen. Welche das sind, lesen Sie hier.Bildergalerie 

  • Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Eben haben sie noch ihren Wahlerfolg gefeiert, jetzt herrscht tiefe Trauer: Mit dem plötzlichen Unfalltod von Jörg Haider hat Österreichs Rechte ihre Führungsfigur verloren. Der Rechtpopulist war einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker Europas. Das Leben ...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

Des Vatikans Gespür für das Gold 

13.10.2008Global Reporting

Geld ist nichts, Gold ist alles. Die Finanz-Administratoren des Vatikanstaats haben wieder einmal ein gutes Händchen für ihre Anlagen bewiesen. Blog


weiterMadagaskar

Amerikas nächster Finanzminister 

09.10.2008Madagaskar

Wenig beachtet wurde, dass Barack Obama und John McCain beim TV-Duell ihre Favoriten für das Amt des Finanzministers genannt haben. Doch keine Angst, weder Meg Whitmann noch Warren Buffet werden das derzeit wenig begeehrte Amt erben. Blog