Handel mit Emissionsrechten kommt 2005
EU will Kyoto-Umsetzung weiter vorantreiben

Die Zukunft des Kyoto-Protokolls ist weiter offen. Ohne Zusicherung Russlands, das aus 1997 stammende Abkommen zum Klimaschutz zu ratifizieren, ist die 9. Klimaklimaschutz am Freitag zu Ende gegangen.

HB ROM/ MAILAND. Die Europäische Union will nach Angaben von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Umsetzung des Kyoto-Protokolls weiter vorantreiben, obwohl es von den USA und Russland noch nicht ratifiziert ist. Zum Abschluss der UN-Klimakonferenz wies er am Freitag erneut die Kritik der USA an der Vereinbarung zur Reduktion der Treibhausgase zurück. Diese sei keine „Zwangsjacke“ wie von der US-Delegation behauptet worden sei, sagte Trittin laut einer schriftlichen Erklärung. Die EU wolle alles unternehmen, was zur Umsetzung des Protokolls notwendig sei. Anfang 2005 würden die EU-Staaten den Handel mit Emissionsrechten einführen, um mit großer Flexibilität für Staaten und Industrie die Reduktionsziele zu erreichen, betonte Trittin.

„In Mailand ist deutlich geworden, dass die internationale Klimapolitik am Scheideweg steht“, sagte der Minister. Auf der einen Seite stehe das von 120 Staaten ratifizierte Kyoto-Protokoll, auf der anderen der US-Ansatz unverbindlicher Absprachen. „Wir können es uns aber angesichts bereits heute erkennbarer Folgen des Klimawandels nicht erlauben, weiter untätig abzuwarten“, fügte er hinzu. Der Temperaturanstieg bis 2100 müsse auf 2 Grad begrenzt werden. Die wissenschaftlichen Szenarien gingen von einer globalen Erwärmung um bis zu 5,8 Grad aus.

Auf der Klimakonferenz seien letzte Lücken bei der Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls geschlossen worden. So könnten sich die Industrieländer Aufforstungsprojekte in den Entwicklungsländern für ihr Klimaschutzziel anerkennen lassen. Waldverluste etwa durch Abholzung oder Waldbrände würden zum Verlust von entsprechend erteilten Emissionsgutschriften führen. Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) begrüßte dies Ergebnis. Dennoch sei es schlecht, dass insbesondere große Plantagen und Projekte mit genetisch veränderten Organismen nicht ausgeschlossen worden seien.

Damit das Kyoto-Protokoll nun auch in Kraft treten kann, fordert der WWF Russland auf, es zu ratifizieren. „Das Kioto-Protokoll steht jetzt auf einem soliden Fundament. Das Haus ist fertig gestellt und Russland hält den Schlüssel in seinen Händen. Alles was wir nun brauchen ist, dass Russland die Tür öffnet“, so Alexey Kokorin, Leiter des russischen WWF-Klimaprogramms.

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