Handel mit EU wird für China immer bedeutsamer
Harte Landung könnte auch Europa treffen

Es ist wohl kein Zufall, dass Chinas Premier Wen Jiabao der erste Regierungschef eines großen Landes ist, der die EU nach deren Erweiterung am 1. Mai besucht. Wens Aussage, dass die Partnerschaft zwischen China und der EU „große Bedeutung“ habe, zeigt nicht nur das Potenzial für die bilateralen Beziehungen, sondern auch die Bremsspuren, die ein konjunktureller Absturz in China selbst für Europa mit sich bringen könnte.

PEKING. Zunächst werden sich die jüngsten Restriktionen, mit denen Chinas Zentralregierung die heiß gelaufene Konjunktur bremsen will, aber vor allem auf die Nachbarländer in Asien auswirken. Dort beherrscht im Augenblick noch ein rosiges Bild die Exportlandschaft. Die Ausfuhren Asiens wuchsen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26 %. Das ist der höchste Zuwachs der vergangenen zehn Jahre, sagt der China-Stratege Jonathan Anderson bei der UBS in Hongkong. Doch China, so warnt er, hat neben Japan den größten Anteil an den Zuwächsen. Das bedeutet, dass eine spürbare Abkühlung in China bei vielen asiatischen Handelspartnern die Exportwirtschaft in Bedrängnis bringen kann.

So ist der Großteil der wirtschaftlichen Beschleunigung in Japan Exporten und Investitionen zu verdanken – den beiden Sektoren, die am stärksten vom China-Faktor profitieren. „Eine Abkühlung in China riskiert all das wieder“, warnen die Banker. Doch nicht nur Japan, auch andere Nachbarländer registrieren sehr genau, was jetzt in China passiert. Ein Drittel aller Exporte Südkoreas ging im vorigen Jahr nach China. Taiwan und Hongkong sind gar zu verlängerten Werkbänken der chinesischen Produktionsplattform geworden. Chinas Importzuwachs von 40 % im Jahr 2003 war der Funke, der Asiens zyklische Erholung 2003 überhaupt erst auslöste.

Europa muss im Handel mit China zwar keine so starken Effekte befürchten wie Asien, sollte es in China zu einer harten Landung kommen. Ohne Einfluss bliebe ein Konjunktureinbruch aber nicht. Europa ist zu Jahresbeginn der größte Handelspartner Chinas geworden. Allerdings werden bei diesem Vergleich alle 25 Länder der gerade erweiterten EU als ein Handelspartner Chinas zusammengefasst. Die einzelnen EU-Länder haben im Warenaustausch mit China dagegen weniger Gewicht. So liegt Chinas Anteil am deutschen Außenhandel bei etwa 3 %.

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