Handel zwischen USA und Mexiko Mehr als nur Avocados

Dank der nordamerikanische Freihandelszone wurde Mexiko zum Exportland. Donald Trumps angekündigte Grenzsteuer hätte unmittelbare Folgen für den mexikanischen Arbeitsmarkt – aber auch für die Verbraucher in den USA.
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Sollte es eine Grenzsteuer geben, würden nicht nur Avocados, Tequila und Bier teurer werden - Mexiko ist ebenfalls großer Exporteur von Kühlschränken und Flachbildfernsehern. Quelle: dpa
Avocados aus Mexiko

Sollte es eine Grenzsteuer geben, würden nicht nur Avocados, Tequila und Bier teurer werden - Mexiko ist ebenfalls großer Exporteur von Kühlschränken und Flachbildfernsehern.

(Foto: dpa)

Mexiko-StadtUS-Präsident Donald Trump droht dem mexikanischen Nachbarn mit einer Grenzsteuer. Sollte er diese tatsächlich auf Importe verhängen, dann werden in den USA nicht nur Tequila, Bier und Avocados teurer: Mexiko ist mittlerweile auch einer der führenden Exporteure von Kühlschränken und Flachbildfernsehern. Bei US-Autohändlern stehen viele Pkw-Modelle, die in Mexiko produziert werden. Und in den Supermärkten füllen Beeren und Gemüse aus Mexiko die Regale.

Noch Ende der 1980er Jahre exportierte Mexiko praktisch nur Erdöl. „Damals waren wir nicht wettbewerbsfähig“, sagte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto in dieser Woche auf einer Veranstaltung, die für Produkte „Made in Mexico“ werben sollte.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die mexikanische Volkswirtschaft grundlegend gewandelt. Seit 1993 – ein Jahr, bevor das Nordamerikanische Freihandelskommen (Nafta) in Kraft trat – ist das Importvolumen der USA, bezogen auf Güter aus Mexiko, um 638 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des US-Handelsbeauftragten hervor. Zu den wichtigsten Importgütern aus dem Süden zählten 2015 Fahrzeuge im Wert von insgesamt 74 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro), Elektrogeräte (63 Milliarden Dollar), Maschinen (49 Milliarden Dollar) und optische sowie medizinische Gerätschaften (12 Milliarden Dollar).

Am deutlichsten wird die Erfolgsgeschichte, wenn man die mexikanischen Agrarexporte ins Nachbarland betrachtet. Sie beliefen sich im Jahr 2015 auf ein Volumen von 21 Milliarden Dollar. Mehr als drei Viertel aller Avocados, die in den USA verkauft werden, und etwa ein Drittel aller Tomaten stammen aus Mexiko. Zwei Faktoren sind ausschlaggebend für den Wettbewerbsvorteil, den Mexiko im Agrarsektor hat: das günstige Klima und die niedrigen Löhne.

Doch diese Erfolge lassen viele Mexikaner kalt. Denn in den erfolgreichsten Branchen im Land selbst dominieren ausländische Konzerne – etwa bei Automobilen, Haushaltsgeräten oder Fernsehern. Hinzu kommt: Die Bauteile, die die Arbeiter in Mexiko zusammensetzen, werden größtenteils importiert. Forschung und Entwicklung findet hier praktisch nicht statt. „Ich habe immer kritisiert, dass es hier keine Perez- oder Ramirez-Autos gibt, nur ausländische Marken“, sagt der Radiomoderator Eduardo Ruiz Healy. „Naja, so ist das nun mal.“

Vom Freihandelsabkommen Nafta, das Trump neu verhandeln will, haben auch die Landwirte in den USA profitiert. Der freie Marktzugang sei „ein Geldsegen für Farmer, Rancher und Lebensmittelproduzenten“ gewesen, schrieben einige der führenden US-Agrarunternehmen im Januar in einem offenen Brief an den neuen Präsidenten. Die Lebensmittel- und Agrarexporte aus den USA nach Mexiko und Kanada hätten sich von 1993 bis 2015 mehr als vervierfacht, hieß es weiter.

Wichtige Mauern – und warum sie gebaut wurden
Die Grenze zwischen Mexiko und den USA
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Im Wahlkampf hat Donald Trump keinen Zweifel daran gelassen, dass er – sobald er die Möglichkeit dazu hat – eine Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko bauen wird. Nun hat der US-Präsident seinen Worten Taten folgen lassen. Am Mittwoch unterzeichnete er ein Dokument, das die Voraussetzungen für den Mauerbau schafft. Ein historischer Schritt. Doch rund um den Globus gibt es noch mehr berühmte Mauern. Ein Überblick.

Chinesische Mauer
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6000, 9000 oder 21.000 Kilometer – die Länge der Chinesischen Mauer ist aufgrund ihres Alters und der unzähligen, nicht miteinander verbundenen Abschnitte sehr schwer zu bestimmen. So oder so ist sie hinsichtlich des Volumens und der Masse allerdings das größte Bauwerk der Erde. Mit dem Bau der Mauer wurde bereits vereinzelt im siebten Jahrhundert vor Christus begonnen. Ihre heute bekannte Form erhielt sie zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 bis 1644). Die sogenannte Ming-Mauer diente zum Schutz des chinesischen Kaiserreichs vor den Mongolen.

Berliner Mauer
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Im Jahr 1961 wurde die 1378 Kilometer umfassende innerdeutsche Grenze um weitere 167,8 Kilometer ergänzt – die Berliner Mauer. Sie galt als eines der markantesten Symbole des Konflikts im Kalten Krieg zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Im Falle eines „ungesetzlichen Grenzübertritts“ galt der Schießbefehl. Wie viele Menschen an der Berliner Mauer getötet wurden, ist nicht genau belegt. Aktuellen Forschungen zufolge zwischen 136 und 245 Menschen. Am 9. November 1989 wurde die Grenze geöffnet und sorgte innerhalb eines weiteren Jahres für den kompletten Zusammenbruch der DDR und der staatlichen Einheit Deutschlands.

Israelische Sperranlagen
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Entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland verläuft eine 759 Kilometer lange Absperrung. Sie verläuft nur zu circa zwanzig Prozent der sogenannten „Grünen Linie“, der vereinbarten Waffenstillstandslinie von 1949. Der restliche Verlauf befindet sich fast ausschließlich innerhalb des Westjordanlands, was zu heftigen Kritiken führte. Mit der Mauer wird einer künftigen Grenze eines souveränen Staates Palästina quasi vorgegriffen. Der Internationale Gerichtshof erklärte 2004, dass Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstoße.

Marokkanischer Wall
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Zum Schutz vor den Polisario-Rebellen errichtete Marokko in der Westsahara einen rund 2700 Kilometer umfassenden Wall, der hauptsächlich aus Sand, stellenweise aber auch aus Mauern und Geröll besteht. Zur Sicherung wird ein Sandwall zumeist durch Landminen und Stacheldraht ergänzt. Sie kommt der militärisch-politischen Funktion der Morice-Linie des französischen Algerienkrieges gleich. Von der Frente Polisario wird der Wall als „Mauer der Schande“, auf der anderen Seite von den Marokkanern umgangssprachlich als „Hassans Wall“ (benannt nach dem früheren König Hassan II.) genannt.

Friedenslinien
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Die Friedenslinien (oder auch Friedensmauern) finden sich vorrangig in nordirischen Städten, allen voran in der Hauptstadt Belfast, und dienten dazu die Wohngebiete von pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten zu trennen. Sie sind das Ergebnis des Nordirlandkonflikts, der im Jahr 1969 ausbrach. Im Mai 2013 erklärte die Regierung, die Mauern in den nächsten zehn Jahren beseitigen zu wollen. Heute könnten die Mauern als Sehenswürdigkeiten im Rahmen von Stadtführungen besichtigt werden. Diese Art von Tourismus wird auch als „Konflikttourismus“ bezeichnet.

Hadrianswall
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Der Hadrianswall war ein römisches Grenzbefestigungssystem, dass auf Anordnung des Kaisers Hadrian zwischen Newcastle und Solway Firth ab 122 n. Chr. erbaut wurde und rund 117,5 Kilometer umfasste. Er diente nicht etwa der Abwehr von Angreifern, sondern vielmehr der Überwachung des Handels- und Personenverkehrs. Seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt, zählt der Wall heute zu einem beliebten Touristenziel.

Egal ob Grenzsteuer oder Änderungen im Hinblick auf die Freihandelszone – die Folgen für den mexikanischen Arbeitsmarkt wären unmittelbar zu spüren, auch in traditionellen Exportbranchen. Silber war beispielsweise eines der ersten Exportgüter, das die spanischen Eroberer von Mexiko in die europäische Heimat ausgeführt haben. Noch heute ist Mexiko der weltweit führende Silber-Exporteur. Viele Bergwerke sind allerdings in ausländischer Hand.

Wie in der Landwirtschaft oder in Fabriken gibt es im Bergbau ordentlich bezahlte Jobs für Arbeitskräfte mit niedrigem Bildungsniveau – häufig in Regionen, die die Menschen früher auf der Suche nach Arbeit verlassen mussten. Jede zusätzliche Steuer würde sich negativ auf die Beschäftigungssituation auswirken.

Hinzu kommt, dass gerade die mexikanischen Staaten am stärksten betroffen wären, denen eine zusätzliche volkswirtschaftliche Last droht: Sollte Trump seine Ankündigung wahr machen und die Abschiebung illegal eingereister Migranten forcieren, müssten viele Mexikaner aus den USA in die Heimat zurückkehren.

  • ap
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