Handelsankommen
USA legen konkrete Ziele für Nafta-Verhandlungen vor

Die USA haben konkrete Forderungen für die Neuverhandlung des Handelsankommen Nafta vorgelegt. Mit Anti-Dumping-Verfahren und weniger Hindernissen für US-Agrarexporte will Amerika sein Handelsdefizit verringern.
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WashingtonDie US-Regierung hat erstmals konkrete Forderungen für eine Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelsabkommens Nafta vorgelegt. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer schickte das mit Spannung erwartete 17-seitige Papier am Montag an Kongressabgeordnete.

Ziel sei es, das Handelsdefizit der USA durch einen besseren Zugang zu den kanadischen und mexikanischen Märkten zu verringern, erklärte Lighthizer. Unter anderem sollen Anti-Dumping-Verfahren gegen Unternehmen in den beiden Staaten erleichtert und Hindernisse für US-Agrarexporte abgebaut werden. Die Verhandlungen selbst sollen nicht vor Mitte August beginnen.

In dem Dokument wird auch ein Verbot von Währungsmanipulationen festgelegt. Dies dürfte sich weniger konkret auf Nafta beziehen, da weder gegen Kanada noch Mexiko entsprechende Vorwürfe laut geworden sind. Vielmehr dürfte diese Passage als Blaupause für zukünftige Verträge mit anderen Staaten wie Südkorea dienen.

In einer ersten Reaktion verlautete aus kanadischen Kreisen, der Katalog enthalte keine Überraschungen. Die Regierung in Washington habe in den vergangenen Monaten bereits ihre Prioritäten deutlich gemacht, sagte eine mit den kanadischen Vorstellungen vertraute Person.

US-Präsident Donald Trump hat Nafta scharf kritisiert und will das Abkommen neu verhandeln. Bislang beschränkten sich seine Erklärungen dazu jedoch auf Wahlslogans und Twitter-Botschaften. Durch das 1994 geschlossene Abkommen hat sich der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko zwar vervierfacht. Allerdings gingen von 2000 bis 2010 in den USA sechs Millionen Stellen in der Fertigung verloren. Die US-Handelsbilanz, die vor Nafta noch einen leichten Überschuss auswies, liegt nun regelmäßig mehr als 60 Milliarden Dollar im Minus.

Der Präsident selbst hat ein gespaltenes Verhältnis zum internationalen Handel. Seine Modelinie ließ Produkte in Übersee herstellen, wo Arbeiter zu geringeren Löhnen beschäftigt wurden - gleiches gilt auch für seine Tochter, Ivanka Trump, und deren Kleidungsmarke.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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