Handelsbeschränkungen Trump plant Milliardenzölle gegen China

Der US-Präsident will offenbar mehr als 100 Produkte aus China mit Zöllen belegen. Das Vorhaben verschärft die Spannungen zwischen den beiden Ländern.
Update: 14.03.2018 - 02:07 Uhr 1 Kommentar
US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping. Quelle: AFP
USA

US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping.

(Foto: AFP)

New York/TorontoUS-Präsident Donald Trump will laut US-Medienberichten milliardenschwere Zölle gegen China verhängen. Die Maßnahmen würden „in sehr naher Zukunft“ erwartet, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Laut Informationen der Nachrichtenseite „Politico“ könnten die Regulierungen bereits in der kommenden Woche offiziell verkündet werden.

Die Zölle sollen sich neben dem Technologie- und Telekomsektor auch auf andere Bereiche beziehen. Mehr als 100 Produkte könnten davon betroffen sein, hieß es. Ein Insider sprach von Zöllen in Höhe von 60 Milliarden Dollar.

Die Maßnahmen stehen laut „Politico“ im Zusammenhang mit einer Untersuchung unter der Führung von US-Handelsminister Robert Lighthizer. Dabei ging es um die Frage, ob China geistiges Eigentum der Amerikaner verletzet habe. Lighthizer habe Trump vorgeschlagen, ein Zoll-Paket im Umfang von 30 Milliarden Dollar aufzulegen. Der US-Präsident habe sich jedoch für eine höhere Summe ausgesprochen.

Laut des US-Senders CNBC erwägt die Trump-Regierung ein ganzes Handelspaket. Neben Zöllen solle dies auch Investitions- und Visabeschränkungen für Chinesen beinhalten.

Sollten Trumps Pläne Realität werden, würde das die Spannungen in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen weiter verschärfen. Erst vergangene Woche belegte Trump Importe von Stahl und Aluminium mit Zöllen in Höhe von 25 beziehungsweise zehn Prozent. China drohte daraufhin seinerseits mit Gegenmaßnahmen, die vor allem die US-Landwirtschaft treffen könnten. Unter anderem erwägt die Regierung, die Lieferungen von US-Sojabohnen einzuschränken.

Auch der 375 Milliarden Dollar schwere Handelsüberschuss, den China gegenüber den USA hat, ist ein Zankapfel. Als der chinesische Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping vor kurzem zu Besuch in Washington war, drängte ihn die US-Regierung dazu, eine Möglichkeit zu finden, den Überschuss zu verringern.

Anders als bei den Zöllen auf Aluminium und Stahl zielen Trumps jüngste Pläne nicht nur auf bestimmte Branchen ab, sondern könnten Chinas gesamte Wirtschaft treffen. Für den asiatischen Wirtschaftsexperten Matthew Goodman ist die Lage daher klar: „Ich denke, China wird reagieren müssen. Die Frage ist, ob sie dies gezielt tun werden oder ob sie dramatisch eskalieren werden“, sagte Goodman gegenüber „Politico“.

Mit Material von Reuters

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  • Im heutigen HB-Gastkommentar „Europas Kapitalmarkt braucht eine neue Dynamik“ (handelsblatt.com/my/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-europas-kapitalmarkt-braucht-eine-neue-dynamik/21062220.html) fasst die Autorin Karin Dohm präzise den Lösungsweg in Worte, auf dem nicht nur die im Artikel thematisierten Problemstellungen , sondern auch sonst und ganz allgemein das Thema „grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Sicherung der gemeinsamen Zukunft in einer globalisierten Welt“ am besten in Angriff genommen werden kann:

    „… einen strukturierten Austausch von Daten, Erfahrungen und vorbildlichen Praxisbeispielen“

    Vor allem Letzteres wäre da extrem hilfreich.

    Handelsbeschränkungen und Machtansprüche Einzelner würden dann irgendwann zwangsläufig der Vergangenheit angehören, weil dafür in einem solchen System kein Platz ist.

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