Handelsbeziehungen: Wirtschaft lobt Merkel als Türöffnerin am Golf

Handelsbeziehungen
Wirtschaft lobt Merkel als Türöffnerin am Golf

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Vereinigten Arabischen Emirate. Insbesondere mittelständische Unternehmen sind aber darauf angewiesen, dass die Politik ihnen die Türen öffnet. Während Angela Merkels Reise durch die Nahost- und Golfregion soll genau dies geschehen. Und lukrative Aufträge sind auch schon in Sicht.

ABU DHABI. Die deutsche Wirtschaft hofft auf lukrative Aufträge in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Föderation biete „enorm wichtige Absatzgebiete“ gerade für deutsche Mittelständler, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann. Er begleitet mit einer Wirtschaftsdelegation Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bei ihrer Reise durch die Nahost- und Golfregion.

Der Industriegasspezialist Linde besiegelte in Abu Dhabi ein Projekt zum Bau einer Produktionsanlage für eine Mrd. Euro. Bahnchef Hartmut Mehdorn, der ebenfalls der Delegation angehört, sieht gute Chancen, dass die Deutsche Bahn den Zuschlag als Betreiber einer Küstenbahn in dem Emirat erhält. Ingenieure der Bahn sind an dem geplanten Güterverkehrsprojekt bereits beteiligt. Weitere große Investitionsvorhaben sind der Bau einer Formel-1-Rennstrecke und eines neuen Flughafens für bis zu 60 Mill. Passagiere pro Jahr in Dubai und der Ausbau des Airports in Abu Dhabi von jetzt sechs auf 20 bis 50 Mill. Passagiere pro Jahr.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Vereinigten Arabischen Emirate. Insbesondere mittelständische Unternehmen seien aber darauf angewiesen, dass die Politik ihnen „die Türen öffne“, sagte Industriepräsident Thumann. Wirtschaftsministerin Scheicha Lubna al Qasimi hob hervor, dass in den Emiraten – anders als etwa in Saudi-Arabien, wo ein striktes Alkoholverbot gilt und Frauen diskriminiert werden – längst ein westlicher Lebensstil möglich sei: „Wir wollen, dass sich Investoren und Beschäftigte bei uns auch persönlich wohlfühlen.“

Die Emirate würden heute wie ein Unternehmen geführt, lobte denn auch Matthias Mitscherlich, Vorstandschef von MAN Ferrostaal – „schnelle Entscheidungen, keine Umwege oder Bürokratie“.

Merkel zeigte sich beeindruckt von dem „Tempo und der Zielstrebigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung“ in der Region. „Davon können wir etwas lernen.“ Vorverträge wurden während der Kanzlerinnen-Visite auch im Wissenschaftsbereich unterzeichnet. So will die Technische Universität München ein Forschungszentrum in den Vereinigten Arabischen Emiraten errichten. Die Universität Bonn plant zudem, Mediziner aus dem Land ausbilden. Diese Projektverträge zeigten, „dass die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit für die Zukunft immer wichtiger wird“, sagte Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%