Handelsbilanzdefizit in der Kritik
Finanzminister fordern USA zum Handeln auf

Die Rufe nach einem Eingreifen der USA angesichts der Dollar-Talfahrt werden in der EU immer lauter. Der belgische Finanzminister Didier Reynders sprach sich für eine „deutliche Botschaft“ an die Adresse der USA aus.

HB BRÜSSEL. „Sie müssen Signale setzen, das Leistungsbilanzdefizit und das Haushaltsdefizit zu reduzieren“, sagte der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser am Montagabend in Brüssel am Rande von Beratungen mit seinen Amtskollegen der Euro-Zone.

Grasser nannte es ungerecht, dass Europa die Rechnung für größere Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft begleichen müsse. Grund für diese Verschiebungen seien die US-Defizite. „Wir müssen eine ernsthafte und intensive Debatte mit der neuen US-Regierung führen“, sagte der Wiener Minister. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) äußerte sich zu Beginn der Abendsitzung nicht.

Die Schwäche der US-Währung gegenüber dem Euro dämpft insbesondere Exporte aus Europa. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass eine Leitzinssenkung als Reaktion auf das Euro-Hoch derzeit nicht zur Diskussion stehe. Der Euro kostet über 1,34 Dollar.

Die Finanzminister der zwölf Länder mit der Euro-Währung wollten am Abend über die gefälschten griechischen Defizitzahlen sprechen. Das Mittelmeerland hatte sich damit 2001 den Beitritt zum Euro-Gebiet erschwindelt. Sanktionen gegen Athen stehen derzeit nicht auf dem Programm. Das Treffen wird am Dienstag im Kreis der Minister aller 25 EU-Staaten fortgesetzt.

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