Handelsblatt-Serie
Globalisierung zum Anfassen

Das Internationale Handelszentrum (ITC) hilft Entwicklungsländern mit seinen TradeMaps, die Exportchancen zu verbessern. Doch auch Multis wie Wal Mart und Coca Cola setzen die ITC-Produkte ein.

HB GENF. Ja, Uganda, das war eine irre Geschichte. Friedrich von Kirchbach richtet sich auf und erzählt. „Das in Uganda, das war Globalisierung zum Anfassen.“ Vor zwei Jahren reiste der Chef der Marktanalyse des Internationalen Handelszentrums (ITC) von Genf aus in das afrikanische Land. In Kampala warb er bei der Regierung für seine Erfindung: die elektronische Trademap.

Kurz darauf fand sich von Kirchbach in einem Studio des Staatsfernsehens wieder. „Da habe ich der Nation eine Stunde lang die TradeMap vorgestellt“, erinnert sich der 52-jährige. Nur seinen Laptop hatte er dabei. Er ging auf die Website www.trademap.org und empfahl Uganda, wo genau es seine Fische und Blumen hin verkaufen sollte. Inzwischen nutzen Regierungen, Handelskammern und Unternehmen in mehr als 130 Ländern die „Werkzeuge“ der ITC. Die Trademap, das Prunkstück, zeichnet Export und Import von 5 300 Produkten in 200 Ländern und Territorien nach: Wie viele Autos führte Deutschland 2004 nach Brasilien aus? Wie viele Tonnen Edelholz führte Italien ein? Exportiert Kenia seinen Kaffee auch nach Kanada? „Unsere TradeMap sagt Firmen exakt, wo sie noch Märkte erobern können und wo ihr Land bereits viel verkauft“, erklärt von Kirchbach. „Kurz: Wir machen die globalen Warenströme transparent.“

Selbst Multis wie Wal Mart und Coca Cola setzen die ITC-Produkte ein. „Konzerne müssen natürlich für unsere Angebote zahlen“, sagt von Kirchbach. Für die meisten Nachfrager aus Entwicklungsländern bietet das ITC den Service sehr günstig oder gratis an. Denn das ITC, eine Tochter der Welthandelsorganisation WTO und der Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD), verfolgt ein offizielles Ziel: Die Exportchancen armer Staaten zu verbessern. Im Normalfall kooperiert das ITC mit Handelskammern oder Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Etwa mit der TIPS in Pretoria. „Heute benutzen über 700 Geschäftsleute in Südafrika die Trademap“, sagt Matthew De Gale von TIPS. „Über uns und die Handelskammern bekommen die Unternehmer Zugang.“

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