Handelsembargo aufgehoben
EU hofft auf neue Geschäfte mit Kuba

Nur fünf Jahre nach Inkrafttreten hebt die Europäische Union ihr Handelsembargo gegen Kuba auf. Die Europäer wittern ein lukratives Geschäft, denn die Kubaner brauchen dringend Maschinen und Investitionsgüter. Doch die Karibikinsel hat längst andere Handelspartner gefunden.

MEXIKO-STADT / BRÜSSEL. Die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Kuba wird nach Meinung von Experten vor allem die politische Annäherung und die Entwicklungszusammenarbeit Europas mit der Karibikinsel befördern. Wirtschaftlich hingegen seien die Auswirkungen weniger deutlich zu spüren, glaubt Ullrich Umann, Kuba-Experte der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

Zum einen hätten deutsche und europäische Unternehmen auch schon während der vergangenen Jahre trotz der Sanktionen weiter Geschäfte auf der Insel gemacht. Zum anderen sei Kuba ein „kleines armes Land, das zwar aus politischen Gründen immer im Fokus steht, aber kaum Geld hat“, so Umann. Das devisenschwache Land könne deshalb gar nicht alle Kooperationsangebote europäischer Firmen annehmen.

Die Europäische Union hatte sich Ende letzter Woche auf eine Aufhebung der Kuba-Sanktionen verständigt. Diese waren nach der Festnahme von 75 Dissidenten 2003 verhängt und bereits 2005 ausgesetzt worden. Zuletzt hatten sich noch Schweden und Tschechien gegen die vollständige Aufhebung gesperrt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Bedenken.

Die EU wolle aber ein „aktiver Player“ in der Kubapolitik sein und müsse daher den politischen Dialog mit dem Regime in Havanna pflegen, sagte Günter Gloser, Staatsminister im Auswärtigen Amt, dem Handelsblatt. Ziel sei, die Einhaltung der Menschenrechte und die Pressefreiheit auf der Karibikinsel zu fördern. In einem Jahr will die EU etwa überprüfen, ob die kubanische Regierung politische Gefangene freigelassen hat und das Embargo aufgehoben bleibt.

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