Handelspolitik Trump warnt EU vor Folgen des „unfairen“ Handels mit den USA

Donald Trump wirft der EU unfaire Handelspraktiken mit den USA vor – und warnt vor möglichen Konsequenzen. Auch der britischen Premierministerin empfiehlt er, einen härteren Kurs bei den Brexit-Verhandlungen zu fahren.
Update: 28.01.2018 - 15:17 Uhr Kommentieren
„Ich hätte gesagt, dass die Europäische Union nicht die Erwartungen erfüllt hat, die in sie gesetzt werden.“ Quelle: AP
Donald Trump

„Ich hätte gesagt, dass die Europäische Union nicht die Erwartungen erfüllt hat, die in sie gesetzt werden.“

(Foto: AP)

LondonUS-Präsident Donald Trump hat die EU vor negativen Folgen ihrer nach seiner Einschätzung „unfairen“ Handelspolitik mit den USA gewarnt. „Wir können unsere Produkte nicht reinkriegen. Das ist sehr, sehr hart“, zitiert der britische TV-Journalist Piers Morgan Trump in einem Bericht der konservativen Zeitung „Daily Mail“ am Sonntag.

„Und dennoch schicken sie uns ihre Produkte - keine Steuern, sehr geringe Steuern. Das ist sehr unfair“, habe der US-Präsident in einem TV-Interview erklärt, das am Sonntagabend im Sender ITV ausgestrahlt werden sollte. „Ich denke, das wird ihnen sehr zum Nachteil gereichen“, habe Trump in Richtung Europäischen Union gewarnt, als das Gespräch am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums aufgezeichnet wurde.

Die USA sind mit Abstand der wichtigste Handelspartner für die Länder der EU. Mehr als ein Fünftel ihres Exports ging 2015 in die USA (20,8 Prozent), wie die Bundeszentrale für politische Bilkdung aus UN-Statistiken zitiert. Die USA verzeichneten demnach im selben Zeitraum 18,2 Prozent ihres Exports in die EU. Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA liegen seit Trumps Amtsantritt vor einem Jahr auf Eis.

Morgan, der sich selbst als einen Freund Trumps bezeichnet, hatte den Präsidenten in ihrem halbstündigen Gespräch auch zum Brexit, seiner Einstellung zu Frauen und Rechtsextremisten, der Hochzeit der US-Bürgerin Meghan Markle und dem britischen Prinzen Harry sowie Fußballthemen befragt. Über Tage veröffentlichte er Teile des Interviews über seinen Twitter-Account.

Auch zum Thema Brexit-Verhandlungen äußerte sich Trump kritisch. der US-Präsident würde diese nach eigenen Worten härter als die britische Premierministerin Theresa May führen. „Ich hätte gesagt, dass die Europäische Union nicht die Erwartungen erfüllt hat, die in sie gesetzt werden“, sagte Trump dem britischen Sender ITV. Deshalb wäre er einen härteren Kurs gefahren, um auszusteigen. Auch habe er vorhergesehen, dass die Briten für den Brexit stimmten. Schließlich mache ihnen die Einwanderung Sorgen. Das Trump-Interview sollte am Sonntag ausgestrahlt werden.

Die britischen Wähler hatten im Juni 2016 überraschend für einen Abschied von der EU gestimmt. Trump wurde im selben Jahr zum Präsidenten gewählt. Eine schärfere Einwanderungspolitik war ein wichtiges Thema bei der Brexit-Kampagne und steht auch auf Trumps Agenda weit oben. Premierministerin May war der erste Staatsgast in Washington nach Trumps Amtseinführung im Januar 2017.

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