Handelsstreit mit China Bald auch Anti-Dumping-Zölle auf Smartphones?

In knapp anderthalb Monaten sollen Strafzölle auf chinesische Billig-Solarmodule erhoben werden. Während Handelsverbände noch vor einem Handelskrieg warnen, plant die EU bereits Zollabgaben auf Mobiltelefone aus China.
Update: 18.05.2013 - 15:36 Uhr 38 Kommentare
Arbeiter in einer chinesischen Solarfabrik in Baoding: Der Außenhandelsverband BGA warnt vor den Folgen von Strafzöllen. Quelle: dpa

Arbeiter in einer chinesischen Solarfabrik in Baoding: Der Außenhandelsverband BGA warnt vor den Folgen von Strafzöllen.

(Foto: dpa)

Berlin/MünchenDer Außenhandelsverband BGA sieht bei einer Eskalation des Handelsstreits zwischen der EU und China um Billigimporte von Solartechnik auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. „Wir sind über die EU-Entscheidung bestürzt“, sagte Verbandspräsident Anton Börner der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ mit Blick auf die Androhung von Strafzöllen auf chinesische Solarmodule. „Es ist unverständlich, dass die Kommission der Argumentation einiger teils schon insolventer Unternehmen folgt und damit Tausende moderne europäische Unternehmen schädigt, die auf günstige Solarmodule angewiesen sind.“

Die EU-Kommission hat den EU-Mitgliedsländern jüngst Anti-Dumping-Maßnahmen gegen die Volksrepublik vorgeschlagen. Die Zölle auf Solarmodule sollen ab 6. Juni für sechs Monate gelten und bei durchschnittlich 47 Prozent liegen. Die Bundesregierung plädiert dagegen für eine einvernehmliche Lösung mit China, das für die EU nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner ist. Die chinesische Regierung drohte bereits mit Gegenmaßnahmen. In der Branche sind die Zölle umstritten: Solaranlagen könnten sich massiv verteuern. Zudem fürchtet Europa Vergeltungsmaßnahmen seitens China.

Börner verwies auf die starke internationale Vernetzung des Solarmarkts auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. „Wenn heute in China ein Solarmodul produziert und in Deutschland montiert wird, fallen 70 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Deutschland an“, so Börner. Zudem seien Unternehmen mit tausenden Arbeitsplätzen etwa im Solarhandwerk aufgrund von Kostensteigerungen in ihrer Existenz bedroht. Darüber hinaus würden deutsche Maschinenbauer geschädigt, deren Technologie bei der Solarmodul-Produktion in China zum Einsatz komme. Es drohe eine gegenseitige Abschottung der Märkte, befürchtet Börner. „Es ist zu erwarten, dass nun auch andere Branchen zittern müssen, sollte sich das zu einem Handelskrieg hochschaukeln.“

Die EU-Kommission will auch Anti-Dumping-Ermittlungen gegen chinesische Telekommunikationsausrüster prüfen. In einem Reuters-Interview nannte Handelskommissar Karel De Gucht in diesem Zusammenhang nun erstmals offiziell die Namen der beiden Konzerne Huawei und ZTE, die in der Branche weltweit auf den Rängen zwei beziehungsweise fünf stehen. "Huawei und ZTE bieten ihre Produkte auf dem europäischen Markt zu Dumpingpreisen an", sagte De Gucht. Huawei wies jedes Fehlverhalten von sich.

  • dpa
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38 Kommentare zu "Handelsstreit mit China: Bald auch Anti-Dumping-Zölle auf Smartphones?"

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  • Apple lässt auch fast nur in China fertigen.Samsung auch.
    Nokia das Selbe-nur in Indien.Sehe da keinen Unterschied.Vielleicht ist das der Deal,der gemacht wurde,damit Nokia-Finnland dem Rettungspakt zustimmt.

  • Nein, mir geht es um den Widersinn der Zuordnung im Hinblick auf die zu erwartende Kompetenz und um die numerische Repräsentanz eines Staates von 80 Millionen Bürgern. Mit Frau Aigner hat das nichts zu tun und es ist auch mit Blick auf Malta und unsere anderen von mir angesprochenen Nachbarn keinesfalls abfällig gemeint. Es geht darum, dass deutsche Politiker klar und unmißverständlich in Brüssel und anderswo sagen, was die deutschen Interessen sind und klipp und klar sagen, dass alles, was nicht in deutschem Interesse ist...von uns auch nicht geduldet oder gemacht wird.

  • @Republikaner:

    Genau so sieht es aus.

  • Genau so ist es...wem geben Sie dafür die Schuld? | @netdings graduell Ottomotoren, sagte ich ja bereits :)

  • Sie kenne ich irgendwoher, aber gegen Sie habe ich nichts persönliches (haben Sie mehrere Avatare, sprich Foren-Namen?). Wo ist dieser "Vollstrecker"?? Hamm, Anti-Dumping-Zölle, könnte von mir stammen...finde ich super!

  • "Wo demnächst nur noch 75-85-95 Jährige leben, da braucht man keine Autos, sondern Rollstühle, Gehhilfen, Pflegematerial und Altenheime! Vorausgesetzt man kann sie (demnächst noch) bezahlen!"

    Sehr richtig, aber alt und krank werden immer nur andere.

  • @cucco

    Merkel ist die mit schlimmste Politikerin seid der BRD!! Schliesslich war sie nicht umsonst so in dem politischen System der DDR involviert!!

    Merkle gehts einzig und alleine um Macht!! Das nutzt das Kapital um für sich Vorteile und vorallem dicken Gewinn heraus zu ziehen!! Die Menschen sind wertlos geworden, weil nur noch nach ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet werden.

  • @eksom

    Schlussfolgerung in 20 Jahren: Anarchie, Volksaufstand, Revolution!

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    Das dauert KEINE 20 Jahre mehr. da die CIA ja schon bereits für 2020 Bürgerkrieg vorausgesagt hat! Und wenn die das sagen, dann wird es so kommen. Denn die CIA steuert vieles in der Welt. So die Angriffskriege der USA, die angeblichen Demokratiekriege seitens der NATO und auch die Revolution der DDR war eben KEINE von UNTEN. Sondern eine gesteuerte des Großkaüitals, des Hochadels!!

    Sind aber alles nur Verschwörungstheorien, gelle :)

    Ich kenne schon so einige, die sich angeblich mit Waffen bestückt haben.

  • Die meisten "deutschen Autos" werden bald sowieso alleine aus demographischen Gründen schon nicht mehr in Deutschland hergestellt! Von den 8 neu geplanten Werken (Autofabriken) wird kein einziges in der EU gebaut.
    Wo demnächst nur noch 75-85-95 Jährige leben, da braucht man keine Autos, sondern Rollstühle, Gehhilfen, Pflegematerial und Altenheime! Vorausgesetzt man kann sie (demnächst noch) bezahlen!

  • Furcht vor Revanche aus China ? Dann werden eventuell einige europäische Firmen wieder in Europa produzieren müssen, das ist ja furchtbar! Wie bitte, Arbeitsplätze in Europa schaffen? Daran hatte bisher noch niemand gedacht...

    Chinesische Mobil phones werden nicht nur in China hergestellt sondern auch ion grossem Umfang in den Philippinen. Dort ist der Arbeitslohn etwa halb so hoch wie in China, die Arbeitswoch ist 60-72 STunden und eine Job Garantie oder Urlaub sind Fremdworte. Das ist die alternativlose Globalisierung, Frau Merkel , die Sie mit Ihrer Unterschrift vor 6 Jahren so massiv gefördert haben.

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