Handelsstreit mit China
Bald auch Anti-Dumping-Zölle auf Smartphones?

In knapp anderthalb Monaten sollen Strafzölle auf chinesische Billig-Solarmodule erhoben werden. Während Handelsverbände noch vor einem Handelskrieg warnen, plant die EU bereits Zollabgaben auf Mobiltelefone aus China.
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Berlin/MünchenDer Außenhandelsverband BGA sieht bei einer Eskalation des Handelsstreits zwischen der EU und China um Billigimporte von Solartechnik auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. „Wir sind über die EU-Entscheidung bestürzt“, sagte Verbandspräsident Anton Börner der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ mit Blick auf die Androhung von Strafzöllen auf chinesische Solarmodule. „Es ist unverständlich, dass die Kommission der Argumentation einiger teils schon insolventer Unternehmen folgt und damit Tausende moderne europäische Unternehmen schädigt, die auf günstige Solarmodule angewiesen sind.“

Die EU-Kommission hat den EU-Mitgliedsländern jüngst Anti-Dumping-Maßnahmen gegen die Volksrepublik vorgeschlagen. Die Zölle auf Solarmodule sollen ab 6. Juni für sechs Monate gelten und bei durchschnittlich 47 Prozent liegen. Die Bundesregierung plädiert dagegen für eine einvernehmliche Lösung mit China, das für die EU nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner ist. Die chinesische Regierung drohte bereits mit Gegenmaßnahmen. In der Branche sind die Zölle umstritten: Solaranlagen könnten sich massiv verteuern. Zudem fürchtet Europa Vergeltungsmaßnahmen seitens China.

Börner verwies auf die starke internationale Vernetzung des Solarmarkts auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. „Wenn heute in China ein Solarmodul produziert und in Deutschland montiert wird, fallen 70 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Deutschland an“, so Börner. Zudem seien Unternehmen mit tausenden Arbeitsplätzen etwa im Solarhandwerk aufgrund von Kostensteigerungen in ihrer Existenz bedroht. Darüber hinaus würden deutsche Maschinenbauer geschädigt, deren Technologie bei der Solarmodul-Produktion in China zum Einsatz komme. Es drohe eine gegenseitige Abschottung der Märkte, befürchtet Börner. „Es ist zu erwarten, dass nun auch andere Branchen zittern müssen, sollte sich das zu einem Handelskrieg hochschaukeln.“

Die EU-Kommission will auch Anti-Dumping-Ermittlungen gegen chinesische Telekommunikationsausrüster prüfen. In einem Reuters-Interview nannte Handelskommissar Karel De Gucht in diesem Zusammenhang nun erstmals offiziell die Namen der beiden Konzerne Huawei und ZTE, die in der Branche weltweit auf den Rängen zwei beziehungsweise fünf stehen. "Huawei und ZTE bieten ihre Produkte auf dem europäischen Markt zu Dumpingpreisen an", sagte De Gucht. Huawei wies jedes Fehlverhalten von sich.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Apple lässt auch fast nur in China fertigen.Samsung auch.
    Nokia das Selbe-nur in Indien.Sehe da keinen Unterschied.Vielleicht ist das der Deal,der gemacht wurde,damit Nokia-Finnland dem Rettungspakt zustimmt.

  • Nein, mir geht es um den Widersinn der Zuordnung im Hinblick auf die zu erwartende Kompetenz und um die numerische Repräsentanz eines Staates von 80 Millionen Bürgern. Mit Frau Aigner hat das nichts zu tun und es ist auch mit Blick auf Malta und unsere anderen von mir angesprochenen Nachbarn keinesfalls abfällig gemeint. Es geht darum, dass deutsche Politiker klar und unmißverständlich in Brüssel und anderswo sagen, was die deutschen Interessen sind und klipp und klar sagen, dass alles, was nicht in deutschem Interesse ist...von uns auch nicht geduldet oder gemacht wird.

  • @Republikaner:

    Genau so sieht es aus.

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