
HB BERLIN/BRÜSSEL/FRANKFURT. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos rechnet, anders als die EU-Justizkommissarin Viviane Reding, nicht mit einer durch die Schuldenkrise Griechenlands ausgelösten neuen Bankenkrise. „Das erwarte ich insgesamt nicht“, sagte der Vize-Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass die Wertberichtigungen der Banken wegen der Probleme in Griechenland in den kommenden Jahren weiter stiegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und andere Organisationen gehen davon aus, dass die Banken nach der schweren Krise der vergangenen Jahre nun das Schlimmste überstanden haben.
Reding sagte dagegen der „Welt“: „Das wirtschaftliche und finanzielle Schicksal Griechenlands ist gerade in der Krise untrennbar mit dem Wohlergehen der übrigen Euro-Staaten verbunden“. Man solle deshalb jetzt "nicht zaudern, sondern beherzt stabilisierend in Griechenland eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern". Reding betonte, dass natürlich strengen Auflagen nötig seien. Die Kommissionsvize, die der christdemokratischen Partei in Luxemburg angehört, betonte überdies, dass es im Eigeninteresse der EU sei, „Griechenland nicht tatenlos in den Staatsbankrott treiben zu lassen“. „Eine Art staatliche Lehman-Brothers-Pleite könnte eine Kettenreaktion erzeugen und hätte katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen für ganz Europa.“ Das gelte vor allem für Deutschland, dessen Wirtschaft im Jahr Waren von mehr als 500 Mrd. Euro in die anderen EU-Staaten verkaufe und dessen Banken mit zu den wichtigsten Gläubigern der griechischen Staatsschulden gehörten.
Griechenland machte am Montagabend klar, dass es bis spätestens zum 19. Mai Hilfe braucht. Das Land könnte zahlungsunfähig werden, wenn es bis dahin keine neun Mrd. Euro findet, da dann entsprechende Anleihen fällig werden. „Das kritische Datum ist der 19. Mai. Bis dahin muss die Unterstützung aktiviert sein“, sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou im griechischen Parlament.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor klargemacht, dass es nur Hilfen geben könne, wenn sie an strenge Bedingungen geknüpft wird - bis wann es eine Entscheidung Deutschlands gibt, ist noch unklar.
Griechenland benötigt bis zum 19. Mai für eine dann fällige Anleihe rund 8,5 Mrd. Euro an frischem Geld. Derzeit verhandelt die Athener Regierung mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein Sparprogramm für 2011 und 2012. Dieses ist Vorbedingung für den Zugriff der Regierung auf ein Kredithilfsprogramm seiner Euro-Partner über 30 Mrd. Euro in diesem Jahr.
Die Griechendlandhilfe ist ein fatales Signal an die Märkte. Wenn jedem betrüger geholfen wird, dann bekommt der "Moral Hazard" freie Laufbahn!
Wie wärs, wenn Deutschland einfach seine bürger mit 50 Jahren in die Rente (95% bezüge) schickt, und wir uns bei der absehbaren Staatspleite einfach von den anderen helfen lassen. ich wäre dabei.
Schlimm was hier fuer Kommentare abgegeben werden. Die Politiker muessen sich vorwerfen lassen noch schlimmer von der Gier abhaengig zu sein, die Gier nach Macht, es geht um Waehlerstimmen. Und nach der Wahl kann man ja alles wieder revidieren. Doch diesmal ist es dann zu spaet. Gibt man dem Stammtischgeschwaetz recht, und schmeisst die Griechen raus ( so hoere ich es), dann koennen wir auch endlich wieder deutsches Land mit deutschen Grenzen absichern usw. Da kann man nur sagen, vergib ihnen, den sie wissen nicht was sie tun. Ein Fallenlassen von Griechenland haette fuer die deutsche Wirtschaft einen fatalen Ausgang. Es waere der europaeische Tsunami. Doch das hier den Stammtischschreiern zu erklaeren macht kein Sinn und die Politiker wissen auch ganz genau welches die einzige Loesung ist. Doch sie haben nicht dden Mut die Wahrheit aufzutischen.
Time to say goodbye - Euro und EU.
Wenn unsere gewählten Politker den Mut aufbringen eidesstattlich zu versichern, im Falle des Scheiterns der Griechenland-Hilfe, auf alles zukünfig (Pensionsansprüche etc.)und für immer zu verzichten, d.h. dass unsere Politiker wirklich einmal selber für ihre Entscheidungen ins Obligo gehen und nicht nur wie immer von ihrer politischen Verantwortung "faseln" und den mündigen bürger für zu dumm halten, Sachverhalte zu verstehen, ja dann könnte man dem bürger eine Ünterstützung von Griechenland evtl. leichter vermitteln. Da dass aber nicht geschieht, Denkzettelwahl NRW!
22 Kommentare
Alle Kommentare lesen