Harsche Kritik an Merkel

George Soros warnt vor Finanzkrise in Europa

Während sich die EU mit der Griechenland-Rettung abkämpft, rückt Europa immer dichter an den Abgrund, meint Investoren-Legende George Soros. Und er gibt Angela Merkel eine große Mitschuld an dem, was dem Euro noch droht.
21 Kommentare
George Soros. Quelle: Reuters

George Soros.

(Foto: Reuters)

Wien/AthenDie Euro-Krise könnte sich in Europa zu einer neuen Finanzkrise entwickeln. Diese Warnung hat US-Milliardär George Soros am Sonntag in Wien ausgesprochen. "Europa befindet sich in einer großen Krise", sagte er auf einer Diskussionsveranstaltung in der österreichischen Hauptstadt. Fundamental entwickle sich die EU in eine falsche Richtung. "Die Politiker wollen Zeit kaufen, aber die Zeit arbeitet gegen sie", meinte der US-Milliardär ungarischer Abstimmung.

In der Vergangenheit habe sich die EU bewährt. In den Gründungsjahren der Union hätten "weitsichtige Politiker" die richtigen Schritte für eine europäische Integration eingeleitet. Heute jedoch stehe die EU vor einem Scheideweg: Wolle sie wirklich den Weg der Integration fortsetzen oder beginne eine Fokussierung zurück zu den Nationalstaaten?

Soros bezeichnete den Euro als "unvollständige Währung". Mit der Gemeinschaftswährung seien lediglich ökonomische Schritte zur europäischen Integration eingeleitet worden. Bis heute fehlten die politischen Fundamente des Euro wie ein gemeinsames Finanzministerium oder eine einheitliche Fiskalpolitik.

Deshalb habe der Euro seit seiner Einführung nicht das erreicht, was er eigentlich bewirken sollte: eine stärkere europäische Integration. Die Gemeinschaftswährung habe viel mehr dafür gesorgt, dass sich die Euro-Mitgliedsländer ökonomisch sehr unterschiedlich entwickelt hätten. In Ländern wie Spanien etwa habe es einen künstlichen Boom in der Immobilienbranche gegeben, diese Blase sei jetzt geplatzt. Deutschland hingegen habe seine Wettbewerbsfähigkeit mit Hilfe des Euro gestärkt.

Soros hielt den europäischen Politikern vor, dass sie derzeit nur den Status quo verteidigen wollten. "Es fehlt ein klarer Plan B", beklagte Soros, Gründer der gemeinnützigen Stiftung Open Society. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich für den Weg der europäischen Des-Integration entschieden. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise habe sie durchgesetzt, dass jedes Land einen eigenen Ausweg aus der Finanzkrise suchen müsse. Die Kanzlerin verfolge also keinen gemeinschaftlichen Ansatz.

Schicksalswoche in Griechenland
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21 Kommentare zu "Harsche Kritik an Merkel: George Soros sieht Europa in „großer Krise“"

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  • Ein Ende mit Schrecken ist in jedem Fall besser.
    Der "moral hazard" hierzulande ist ebenso unerträglich; die Merkel wird nicht wieder Kanzlerin, wenn hier ganz konkret für die Idiotie der Griechen das Streichkonzert beginnt. Direkt nach der grotesken "Steuerentlastung".

  • @ Alex - Stimmt fast alles was Sie sagen, aber: ein gesunder Euro waere ein voellig unbuerokratischer, kein bail-out, kein Aufkauf von Staatspapieren durch Zentralbanken und ansonsten 100% Glaeubigerhaftung. So war der Euro mal geplant.

  • Zitat:"Erstens haben die USA selbst zu grosse Probleme um zu helfen"

    Dann soll sich der Penner damit auch beschäftigen!

  • .....und je mehr über Hellas lamentiert wird, um so weniger wird es passieren, worauf einige warten. Es wird garnichts passieren. Es geht alles so weiter. Der Dax wird am Donnerstagmorgen vor seinem Bau breitbeinig mit der Tröt in der Hand verkünden, daß er auf die 8000 maschieren wird. Und die Kumpanen im Bau verkünden jetzt schon, daß alles eingepreist ist. Und sollte ein Nachschlag kommen, wird es aus der Portokasse bezahlt.
    Also Leute, es geht alles weiter.

  • Ze German chancellor is dragging ze feet because she vaits for ze german banks to get rid of ze Greek debt because she says:' Ve Vont Pay For Ze Greeks!!'.If zat causes ze big bang of ze europe,vell ve don't care.Jawohl!!

  • Moment mal, der Weg des einzelnen ist im EU-Vertrag so festgelegt, dass nämlich nicht der eine Staat für den anderen haftet, und dieser EU-Vertrag ist nun schon gebrochen. Pacti sunt servanda!!

  • Das darf nicht wahr sein - jetzt labert auch der etwas von einem europäischen Finanzministerium...

    Treffender als G. Hannich kann man es wohl kaum ausdrücklen: "Am Ende bestimmt dann ein europäisches Finanzministerium welches Land wie viel Geld bekommt und für welche Zwecke verwenden darf. Doch dabei vergessen die Verantwortlichen: Es ist schlicht unmöglich bürokratisch Gelder zu verwalten, für Gebiete, die tausende Kilometer entfernt liegen und deren spezifische Verhältnisse die Bürokraten gar nicht kennen. Wieder lernen die Politiker und Notenbanker nichts aus der Geschichte und statt den in sich instabilen Euro endlich abzuschaffen, meinen sie nun, dass das Heil in noch mehr Bürokratie und Zentralismus liegen würde."

  • Erstens haben die USA selbst zu grosse Probleme um zu helfen, und zweitens sind sie auch nicht mir Griechenland in einer Waehrungsunion.

    Ansonsten kann ich nur wiederholen: Der Mann hat in seinem Leben schon Milliarden damit verdient makrooekonomische Ereignisse vorherzusagen. Also von wegen "Fresse halten", lieber selbst die Schnauze zu machen.

  • Klar, der hat keine Ahnung. Der hat bisher in seinem Leben nur mehrere Milliarden an den Finanzmaerkten verdient. Wie sieht denn Ihre Bilanz so aus?

  • George Soros: We kindly wish to disagree.

    WE DO NOT ENJOY PAYING TAXES INTO A FAILED BANKING SYSTEM.

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