Harte Themen in Kalifornien
Xi besucht Obama

Die Bedingungen für ein schönes Wochenende in der Sonne sind perfekt, wären da nicht diese schweren Beziehungsprobleme: Auf US-Präsident Obama und Chinas Staatschef Xi wartet ein Wochenende voller schwieriger Gespräche.
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Peking/WashingtonDas Sunnylands-Anwesen im sonnigen Kalifornien wirkt wie der perfekte Ort zum Urlaubmachen. Besucher blicken auf eine herrliche Gebirgskulisse, können durch gepflegte Kakteengärten spazieren, ihre Füße im klaren Wasser der Bäche auf dem 80 Hektar großen Gelände kühlen oder sich auf dem 18-Loch-Golfplatz versuchen. Die US-Regierung wählte die Luxus-Ferienanlage mit Bedacht als Treffpunkt von Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jinping an diesem Wochenende: Die beiden Männer sollen sich in entspannter Atmosphäre besser kennenlernen - fernab von ihren jeweiligen Machtzentren Washington und Peking.

Doch ob das entspannende Ambiente ausreicht, um den Sprengstoff der Themen zwischen beiden Ländern wenigstens etwas zu entschärfen, das ist sehr fraglich. Ganz oben auf der Tagesordnung werden sicher der Atom-Konflikt um Nordkorea stehen, die Sorgen der Amerikaner über massive Angriffe chinesischer Hacker, wichtige Handelsfragen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften, unterschiedliche Meinungen über die Probleme in Syrien oder mit dem Iran - und überhaupt die ganze strategische Rivalität beider Großmächte im asiatischen Raum. Kein Wunder, dass sich die Gespräche über zwei Tage erstrecken.

Das Ergebnis des sehr informellen Treffens ist nach Angaben aus dem Weißen Haus völlig offen. Es werde sich nicht um einen „Gipfel im Stile der 70er Jahre mit vorverhandelten Resultaten“ handeln, machte Obamas Sprecher Jay Carney bereits klar. Für US-Experten ist es das Hauptziel, dass beide Männer einen Zugang zueinander finden. „Es ist wichtig für unsere Führer, dass sie gut miteinander klarkommen. Sonst wird es schwierig, die Probleme zu lösen“, sagt J. Stapleton Roy, Direktor im Forschungsinstitut Wilson Center in Washington. Dass ausgerechnet die First Lady Michelle nicht zum Treffen kommen will, während Xi seine Frau mitbringt, mutet da allerdings merkwürdig an.

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