Hausarrest-Urteil
Suu Kyis Berufung in Birma abgelehnt

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht weiter unter Hausarrest. Ein Gericht in Birma hat den Einspruch der Oppositionsführerin gegen das Arrest-Urteil abgelehnt.
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HB RANGUN. Demnach muss Suu Kyi weitere 18 Monate und damit bis nach der Wahl im nächsten Jahr unter Hausarrest bleiben. Über die Entscheidung des Gerichts informierte der Anwalt der Oppositionsführerin am Freitag in Rangun. Er kündigte weitere Schritte vor der nächsthöheren Instanz an. Der Anwalt will bis vor das Oberste Gericht ziehen. Menschenrechtler zweifeln an der Unabhängigkeit der Gerichte in Birma, das seit 1962 von den Militärs beherrscht wird.

Suu Kyi, die seit Jahren unter Hausarrest lebt, war im August zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil ein Amerikaner im Mai unerlaubt durch einen See zu ihren Haus geschwommen war. Suu Kyi habe damit die Auflagen des Hausarrests verletzt, urteilte das Gericht. Junta-Chef Than Shwe wandelte die Strafe dann in Hausarrest um.

Kürzlich hatte Suu Kyi dem Junta-Chef überraschend angeboten, sich im Westen für ein Ende der Sanktionen gegen ihr Heimatland einsetzen. Bislang hatte die eingesperrte Dissidentin die Sanktionen der westlichen Länder ohne Einschränkung befürwortet. Der Westen hatte die Strafmaßnahmen nach der Niederschlagung eines Studentenaufstand in Birma 1988 verhängt.

Das jüngste Urteil hatte weltweit für Empörung gesorgt und wurde von vielen als ein Manöver der Militärjunta gesehen, Suu Kyi aus den Wahlen im nächsten Jahr – den ersten seit 1990 – herauszuhalten. Aber selbst, wenn die Tochter des birmanischen Freiheitskämpfers Aung San vorher freigelassen werden sollte, könnte sie wegen ihrer Ehe mit einem Ausländer, dem britischen Akademiker Michael Aris, nicht für ein Amt kandidieren. Insgesamt verbrachte Suu Kyi 14 der letzten 20 Jahre auf Anweisung des Militärs in Haft. Die Armee regiert die frühere britische Kolonie seit fast fünf Jahrzehnten.

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