Haushaltsminister: Frankreich erwartet Milliarden-Steuerausfälle

Haushaltsminister
Frankreich erwartet Milliarden-Steuerausfälle

Angesichts der schwachen Wirtschaftslage rechnet Frankreich mit Steuerausfällen im Umfang von 5,5 Milliarden Euro. Haushaltsminister Cazeneuve will daher den Kampf gegen Steuerhinterziehung fortsetzen.
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ParisDer französische Haushaltsminister Bernard Cazeneuve rechnet angesichts der schwachen Wirtschaftslage im laufenden Jahr mit Steuerausfällen im Umfang von 5,5 Milliarden Euro. Dies sagte Cazeneuve am Sonntag dem Fernsehsender BFM. Zugleich kündigte er an, den Kampf gegen Steuerhinterziehung fortzusetzen. Ziel sei es, im kommenden Jahr rund zwei Milliarden Euro wieder hereinzuholen, die dem Staat wegen Steuerbetrugs entgangen seien.

Frankreichs Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war Deutschlands wichtigster Handelspartner noch um 0,5 Prozent gewachsen und hatte damit seine Rezession beendet.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer bezeichnete die Daten als enttäuschend. „Wir zählen Frankreich ohnehin zur Gruppe der problematischen Kernländer in der Euro-Zone, die mit Abstrichen unter ähnlichen Problemen leiden wie die im Süden.“ Dazu gehöre vor allem der Verlust preislicher Wettbewerbsfähigkeit.

Die Binnennachfrage stagnierte zwischen Juli und September, während die Investitionen um 0,6 Prozent fielen. Die Ausgaben der Verbraucher stiegen um 0,2 Prozent. Finanzminister Pierre Moscovici sprach von einem vorübergehenden Dämpfer und hielt an seiner Wachstumsprognose von 0,1 bis 0,2 Prozent für 2013 fest. „Das ist keine Rezession“, sagte er im RTL-Hörfunk.

Frankreich droht der EU-Kommission zufolge ein blutleerer Aufschwung. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone soll 2014 mit 0,9 Prozent nur etwa halb so schnell wachsen wie die Nummer eins Deutschland, nach einem Mini-Plus von 0,2 Prozent in diesem Jahr. „Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus“, befürchtet die Kommission. Das bremse den Konsum.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warf der Regierung in Paris einen Reform-Mangel vor. Frankreich müsse seine Strukturreformen fortsetzen. Denn das Land habe Anteile am Weltmarkt eingebüßt und riskiere die Gunst der Investoren zu verlieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zitat : Frankreich erwartet Milliarden-Steuerausfälle

    - die Franzosen haben doch KEINE Schuldenbremse...?!!!!!

    Wo ist das Problem ?

  • Frankreich erwartet Milliarden-Steuerausfälle.
    Steuerhinterziehungen sind eine der genannten Ursachen. Wesentlicher und schwergewichtiger ist, dass die Wirtschaftswettbewerbsfähigkeit durch die Gemeinschaftswährung unter dem Euro auch in Frankreich stark nachgelassen hat. Was sich in der hohen Arbeitslosigkeit widerspiegelt. Die Leistungsfähigkeit der Markwirtschaft in Frankreich bricht permanent ein. Wann schlüpft Frankreich unter dem Rettungsschirm?

  • Macht nichts, es wird sich dann einfach woanders bedient. Das nennt Frankreich dann "Europaeische" Loesung und heisst das Deutschland zahlt. So geschehen bei der Griechenlandrettung franzoesischer Banken oder bei der Jugendarbeitslosigkeitinitiative, oder vorgeschlagen (nur eine Frage der Zeit) fuer die gemeinsame Arbeitslosenversicherung. Wie waere es mit einer gemeinsamen Rentenversicherung, dann haetten wir auch mal was davon

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