Hauskauf in Jerusalem
Israelischer Ministerpräsident unter Korruptionsverdacht

Ehud Olmert unter Druck: Wegen Korruptionsverdachts gegen den israelischen Ministerpräsidenten im Zusammenhang mit einem Hauskauf hat die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen angeordnet.

HB TEL AVIV. Dabei geht es um den Kauf eines Hauses in Jerusalem, das Olmert 2004 als damaliger Handelsminister zu einem Preis erworben hatte, der weit unter dem Marktwert gelegen habe, berichtete der israelische Rundfunk. Insbesondere soll geprüft werden, ob dabei ein Amtsmissbrauch durch den damaligen Minister vorlag.

Olmerts Büro bezeichnete in einer Presseerklärung die Entscheidung der Staatsanwaltschaft als „unglücklich und unnotwendig“. Der Erwerb des Familienheims sei unter „sauberen und korrekten Umständen“ erfolgt. Die Behörden wollen allerdings den Verdacht überprüfen, dass Olmert das Haus um fast 300 000 Euro unter Marktwert erworben und im Gegenzug dafür dem mit der Haus-Renovierung betrauten Investor zu beschleunigten und illegalen Baugenehmigungen verholfen haben könnte.

Gegen Olmert (61) laufen bereits Strafermittlungen in einem anderen Fall. Die Behörden gehen dem Verdacht nach, dass Olmert vor zwei Jahren versucht haben könnte, bei der Privatisierung einer großen Bank Geschäftsfreunde zu begünstigen. Olmert war von 1993 bis 2003 Bürgermeister von Jerusalem und von 2003 bis 2006 Industrie- und Handelsminister. Anfang 2006 trat er die Nachfolge des damaligen Ministerpräsidenten Ariel Scharon an, der nach einem Schlaganfall ins Koma gefallen war.

Auch andere israelische Politiker sind wegen schwerwiegender Vorwürfe in die Schlagzeilen geraten. Erst im Juni dieses Jahres musste Präsident Mosche Katsav gehen, nachdem er von früheren Mitarbeiterinnen beschuldigt worden war, sie sexuell genötigt zu haben. Katsav entging einer Anklage wegen Vergewaltigung und Korruption nur, indem er eine Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft schloss und als „Akt der Verantwortung“ zurücktrat.

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