Hauspreise in den USA fallen weiter
Immobilienmarkt bleibt ein Risiko

Das Epizentrum der weltweiten Finanzkrise kommt nicht zur Ruhe. In den USA verschärfen sich die Probleme am Immobilienmarkt weiter. Volkswirte befürchten, dass die Kapitalmärkte anfällig für neue Schocks bleiben, solange die Hauspreise weiter fallen.

SAN FRANCISCO/NEW YORK. Das Epizentrum der weltweiten Finanzkrise kommt nicht zur Ruhe. In den USA verschärfen sich die Probleme am schwer angeschlagenen Immobilienmarkt weiter. Volkswirte befürchten, dass die Kapitalmärkte anfällig für neue Schocks bleiben, solange die Hauspreise in den Vereinigten Staaten weiter fallen und die Zahl der Zwangsversteigerungen weiter steigt. Neue Daten zeigen, dass mittlerweile mehr als 15 Prozent der amerikanischen Hausbesitzer Gefahr laufen, ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen zu können. Damit steigt das Risiko, dass weitaus mehr Häuser in den nächsten Monaten versteigert werden müssen als bisher angenommen. Bei jedem sechsten Haushalt übersteigt die Last der Hypothekenschulden mittlerweile den Wert der Häuser. Die Quote ist damit mehr als doppelt so groß wie im vergangenen Jahr und mehr als drei Mal so hoch wie 2006.

Nach einem jahrelangen Boom steckt der US-Immobilienmarkt in einer tiefen Krise. In den Jahren 2000 bis 2006 kletterten die Hauspreise in den Vereinigten Staaten landesweit um 74 Prozent, seit dem Höhepunkt brach der Wert der Immobilien allerdings um rund ein Drittel ein. Die massiven Verluste sorgten dafür, dass immer mehr Haushalte ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, was den riesigen Markt für mit Immobilien besicherte Wertpapiere erschütterte und enorme Löcher in die Bilanzen der Banken riss.

Für David Owen, Volkswirt bei Dresdner Kleinwort, ist der Absturz am amerikanischen Immobilienmarkt und die rasant steigende Zahl von Zwangsversteigerungen das zentrale Problem in der aktuellen Finanzkrise. Solange der Preisverfall nicht gestoppt ist, glaubt er auch nicht an eine echte Entwarnung an den Kapitalmärkten.

Im zweiten Quartal dieses Jahres waren knapp sieben Prozent aller US-Hypothekendarlehen von Zwangsvollstreckungen betroffen. Bei weiteren 6,5 Prozent waren Zins- und Tilgungszahlungen länger als 30 Tage überfällig, ein neuer Rekordwert für die Vereinigten Staaten. Owen rechnet mit einem weiteren Anstieg der Ausfallquoten im kommenden Jahr und damit mit neuen Problemen am Markt für mit Immobilien besicherte Wertpapiere.

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