Hebel für EFSF

Mehr Feuerkraft für den Euro-Rettungfonds

Die Euro-Finanzminister haben sich auf eine Stärkung des Rettungsfonds EFSF geeinigt. Der Fonds soll künftig Staatsanleihenkäufe zu 20 bis 30 Prozent absichern, wie EFSF-Chef Klaus Regling bekannt gab.
Update: 30.11.2011 - 03:29 Uhr 13 Kommentare
Italiens Ministerpräsident und Finanzminister Mario Monti mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dapd

Italiens Ministerpräsident und Finanzminister Mario Monti mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: dapd)

BrüsselDer Euro-Rettungsfonds EFSF soll künftig Käufer von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder in Höhe von 20 bis 30 Prozent gegen einen Verlust versichern, damit soll seine Schlagkraft vervielfacht werden. Offen bleibt nach einem entsprechenden Beschluss der Euro-Finanzminister am Dienstag in Brüssel jedoch, auf welche Summe der Rettungsfonds durch diesen Finanzhebel erhöht werden kann, wie EFSF-Chef Klaus Regling mitteilte. «Es ist einfach nicht möglich eine Summe zu nennen.» Dies hänge etwa von den Bedingungen an den Finanzmärkten ab.

Mit dem Finanzhebel soll die Ansteckungsgefahr in der Euro-Schuldenkrise eingedämmt werden. Dieses Instrument war auf dem letzten Euro-Gipfel Ende Oktober beschlossen worden. In den offiziellen Schlussfolgerungen war noch die Rede davon, durch diese Hebel-Modelle die verfügbaren Mittel in Höhe von rund 250 Milliarden Euro in dem Rettungsfonds in ihrer Wirkung zu vervier- oder sogar zu verfünffachen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte davon gesprochen, dass die Wirkung von einer Billion Euro erreicht werden könne. In den letzten Tagen hatte sich jedoch gezeigt, dass diese Ziele offenbar zu hoch gesteckt waren. Mit dem Versicherungsanreiz durch den EFSF sollen private Investoren dazu bewegt werden, Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder zu kaufen.

Ziel ist es, dass sich Staaten mit Finanzproblemen weiter an den Finanzmärkten Geld leihen können. Die Versicherung soll im Fall einer Staatspleite fällig werden. Eine weitere Stärkung des Euro-Rettungsfonds sollen Unterfonds bringen, in die öffentliche sowie private Anleger einzahlen können. Das Versicherungsmodell soll nach den Worten von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker im Dezember einsatzbereit sein, die Unterfonds des EFSF im Januar.

Die Euro-Staaten setzen bei der Rettung von Euro-Schuldensündern zudem auf eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds. Es bestehe Einigkeit darüber, dass der IWF an der Seite des Euro-Krisenfonds EFSF stärker eingreifen solle, sagte Jean-Claude Juncker am Dienstagabend. Nach EU-Währungskommissar Olli Rehn laufen die Arbeiten dazu: „Unter den Mitgliedsstaaten gibt es eine breite Unterstützung, die Mittel des IWF über bilaterale Kredite aufzustocken.“ Welche Länder den IWF stärker ausstatten sollen, blieb offen. Seit die Krise mit Italien die drittgrößte, hoch verschuldete Volkswirtschaft erfasst hat, ist klar, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF zur Abwehr nicht mehr ausreicht.

Die höhere Finanzkraft des IWF sei notwendig, damit dieser dem Euro-Rettungsfonds EFSF weiter zur Seite stehen könne. Dieser bekommt nach einem Beschluss der Euro-Länder die Möglichkeit, über zwei Anreizinstrumente seine verfügbaren Kredite um Gelder privater Investoren aufzustocken. EFSF-Chef Klaus Regling sagte, es gebe weltweit großes Interesse potenzieller Geldgeber. Doch um wie viel die Kredite des EFSF letztlich vermehrt werden könnten, sei nicht genau vorhersehbar.

Erst wenige Wochen nach dem Beschluss des EU-Gipfels wurde klar, dass die Hebelung des Euro-Krisenfonds EFSF kleiner ausfällt als geplant. Die verbliebenen Mittel können nicht mit Hilfe privater Investoren auf die gewünschte eine Billion Euro vermehrt werden. Dies räumten mehrere Euro-Finanzminister in Brüssel ein. Damit wäre der Fonds nicht gewappnet, um im Notfall auch größeren Ländern wie Italien unter die Arme zu greifen.

Nun müssen neue Wege her: Mehrere Euro-Staaten verlangen ein stärkeres Engagement des Internationalen Währungsfonds (IWF) und einen härteren Sparkurs der Südländer. Weiter umstritten sind gemeinsame Anleihen der Euro-Länder (Eurobonds), die vor allem Deutschland strikt ablehnt. Einigkeit herrschte aber darüber, dass das pleitebedrohte Griechenland die nächste Finanzspritze von acht Milliarden Euro erhält. Die Minister gaben am Abend die Freigabe für die nächste Kredittranche.

Diskutiert wird vor allem über ein stärkeres Engagement des IWF. Der niederländische Finanzminister Kees de Jager schlug eine Erhöhung der Ressourcen des IWF durch dessen Mitgliedsländer vor. An der Rettung des Euro müssten „Euro-Staaten, Nicht-Euro-Staaten und nicht-europäische Staaten“ beteiligt werden. Der IWF stemmt bislang ein Drittel der Hilfskredite für hochverschuldete Euro-Staaten. Um das Grundproblem zu lösen, seien Reformen nötig: „Wir brauchen mehr Reformen und mehr Sparmaßnahmen vor allem im südlichen Europa. Das ist offenkundig.“ Ein Vorschlag der auf dem Tisch liegt sieht vor, dass die Europäische Zentralbank dem IWF Kredit gewährt, um strauchelnde Euro-Staaten stützen zu können. Die Krisenabwehr wird dringender denn je gebraucht, da der Druck auf den Währungsraum täglich steigt.

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13 Kommentare zu "Hebel für EFSF: Ein Vielfaches an Schlagkraft für den Euro-Rettungsfonds"

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  • .
    So wird ein besserer Zusammenhang hergestellt.
    ,.

  • .
    Ich hoffe das Patent des neu definierten Gedsystems mit Energieunterlegung auf den Seiten von Herrn Meyer ist somit patentrechtlich geschützt!

    Oder ?
    .

  • Wenn das so ist, gehören alle Banken auf Rückzahlung der ungerechtfertigten Zinzen verklagt, dazu wegen vorsätzlichen Betrug und Raub hinter Gitter gebracht.

    Bankster haben das Volk demnach ohne Gegenleistung unter dem Deckmantel der Volksvertreter und Gerichte ausgeplündert!!

    Wann werden endlich Gerichte und Staatsanwälte tätig, wann kommt der Aufstand der Strasse ??

    Der Gestank der Parasiten ist ja nicht mehr zum aushalten, dass muss nun ein für allemal erledigt werden!!

  • Fakt 1: Geld wird von Banken nicht verliehen, sondern per Buchung
    im Computer erschaffen, d.h. ein Kredit für Person B kommt nicht
    durch Verleihung des Geldes von Person A zustande, sondern wird
    neu erschaffen, aus dem Nichts.

    Fakt 2: Auf diesen Kredit des Geldes, das die Banken nicht haben,
    wird der Zins fällig.

    Fakt 3: Die Rückzahlung des Kredites und des Zinses kann dann auch gar
    nicht möglich sein, da der Zins nicht im Kreislauf vorhanden ist, d.h.
    eine komplette Rückzahlung ist unmöglich.

    Fakt 4: Um den Zins rückzahlen zu können, muss entweder a.) jemand anders
    Geld weggenommen werden, oder b.) ein neuer Kredit aufgenommen werden.

    Fakt 5: Der Zins ist ein ZinsesZins, der exponentiell ist, und damit
    die Problematik zeitlich nach hinten vergrößert.

    Fakt 6: Durch den exponentiellen Verlauf wird der Zins irgendwann so gross,
    dass die komplette aufgenommene neue Kreditmenge nur noch für Zins ausgegeben
    werden muss. Dann erfolgt der Crash.

    Zusammenfassung: Das aktuelle Finanzsystem ist geschaffen worden, ohne
    jemals die komplette Rückzahlung zu ermöglichen. Das betrifft z.Zt. im Focus
    den Eur, der komplette Zusammenbruch kommt, allein der Zeitpunkt ist offen.

    >Franz Hörmann
    >wissensmanufaktur dot net
    >Berd Senf

  • Karriere: ich krieg Rücken....

  • 200 Milliarden sind für diese Herrsschaften wenig mehr als eine 2 mit ganz vielen Nullen dran.

    So gehen die an Menschenleben heran.

  • Woher die Milliarden kommen?
    Ziemlich einfach. Die sind so beschlossen worden.

    Aber um konkreter zu werden:
    Seriöse Quellen, auch das HB berichtete, neben Zitaten aus dem Euro-Parlament, belegen, dass 200 Milliarden muntere Euros von Griechenland in die Schweiz transferiert worden sind.

    200 Milliarden sind auch unter heutigen Aspekten kein Pappenstiel.

    Herr Steinbrück, Herr Schäuble, haben Sie schon Strategien entworfen, wie Sie die Steuer aus diesen 200 Milliarden, die Sie jedem deutschem Steuerzahler unerbittlich abnehmen würden, (wenn er solche Beträge je hätte) eintreiben können?

    Wahrscheinlich sind Sie noch nicht einmal auf die Idee gekommen, denn 46% Ihrer Mitbürger, die noch nicht von Transferleistungen leben, stehen Ihnen melk-bereit zur Verfügung.

  • noch besser als diese scheiß-plazzentektonik: es wird sich irgendein karrierist finden lassen der seinen abgewichstebn arsch dafür hinhalten wird, dafür auch noch zu antichambrieren: nmit dem feinen unterschied,m daß er sich seine familie in den allerwertesten stecken kann.
    problem in der türkei: die sind so doof das auch noch zu implementieren. is net türkei: sind bloß schweinemäßg blöde türken.

  • @Pequod: Ihre Fragen sind leicht zu beantworten.

    Die Milliarden kommen von Investoren, insbesondere aus Asien und der EU. Man weis also recht genau wo die Gelder herkommen (und dies wird auch veroeffentlicht).

    Und das Versicherungsmodell scheint eventuell nicht ganz verstanden zu sein. Die EFSF uebernimmt ja genau die genannten 20-30% an Versicherung.

    Und die folgern Sie azf Basis Ihrer Fragen, dass die EU Pleite ist?!?

  • warum nur alle reden alle von Tsunami?
    Größere Helden reden davon: daß sie "im nächsten" Leben alles klarieren wollen.
    Wann sollte da bitteschön sein?
    und während der Islam als uklima ratio, für mörder aller qualitäten, auflaufen möchte, wird an der türkischen riviera das kommende problem gebaut: mitten in die eurasische plattentektonik.

    das ist doch ganz fein.

    das sind doch geostrategen der xtraklasse, hust.

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