Heftige Detonation im Stadtgebiet
Bagdad: Autobomben-Anschlag auf Polizeischule

Bei der Explosion einer Autobombe in einer Polizeischule in Bagdad sind am Dienstag mindestens 15 Menschen verletzt worden. Der Anschlag habe wahrscheinlich dem von den USA ernannten Polizeichef in der irakischen Hauptstadt, Hassan Ali, gegolten, sagte ein Polizeisprecher.

Reuters BAGDAD. Das US-Militär teilte mit, am Vortag seien zwei US-Soldaten getötet worden, als ihr Fahrzeug auf einer Zufahrtsstraße nach Bagdad auf einen Sprengsatz gefahren sei. Hunderttausende Iraker machten sich auf den Weg, um in Nadschaf des am Freitag bei einem Bombenanschlag getöteten schiitischen Geistlichen Ajatollah Baker el Hakim zu gedenken. Bei dem Anschlag in der 160 Kilometer südlich Bagdads gelegenen Stadt waren mehr als 80 Menschen getötet worden.

Die Autobombe sei auf dem Polizeigelände im Osten Bagdads detoniert, wo Rekruten der neuen Polizei ausgebildet würden, teilte die Polizei mit. Alis Büro sei beschädigt worden, der Polizeichef habe sich aber nicht in dem Gebäude aufgehalten. Nach der Explosion brach ein Großfeuer aus, riesige schwarze Rauchwolken waren am Himmel zu sehen. US-Militärpolizei riegelte den Gebäudekomplex ab, Hubschrauber kreisten über dem Gelände.

Seit dem von den USA verkündeten Ende der Hauptkampfhandlungen Anfang Mai sind Soldaten der britischen und US-Besatzungstruppen sowie ihre irakischen Helfer wiederholt Ziel von Anschlägen geworden. Am Montag erhöhte sich die Zahl der seither getöteten US-Soldaten auf 67, wie das US-Militär am Dienstag mitteilte. Zwei US-Soldaten starben als ihr Fahrzeug bei Bagdad auf eine Mine fuhr. Die USA machen Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein und der moslemischen Extremistenorganisation El Kaida für die Angriffe verantwortlich.

Viele Teilnehmer eines Trauerzuges in Nadschaf für den schiitischen Geistlichen schlugen sich einem schiitischen Ritus folgend mit kleinen Metallketten. Mehrere hunderttausend Menschen wurden im Lauf des Tages in der den Schiiten heiligen Stadt erwartet. Die US-Besatzungstruppen hielten sich im Hintergrund. In einem mutmaßlich von Saddam stammenden Tonband hatte dieser Vorwürfe zurückgewiesen, hinter der Tat zu stehen. Hakim war einer der führenden schiitischen Geistlichen im Irak. Die Schiiten, die die Mehrheit im Lande stellen, haben der alten Führung unter dem Sunniten Saddam vorgeworfen, sie diskriminiert zu haben.

Die US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen in Nadschaf eingeschaltet. Die US-Armee wird länger als geplant in der Stadt bleiben, dessen Kontrolle an eine multinationale Truppe unter polnischer Führung abgegeben werden soll.

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