Heftige Gefechte im Hafen von Monrovia
Friedenstruppen sollen innerhalb einer Woche nach Liberia

Im Bürgerkriegsland Liberia sollen afrikanische Friedenstruppen innerhalb einer Woche stationiert werden. Dies beschlossen militärische Vertreter der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS am Mittwoch in der senegalesischen Hauptstadt Dakar.

HB/dpa MONROVIA/KÖLN. Die Organisation werde zwei Bataillone aus Nigeria in die umkämpfte liberianische Hauptstadt Monrovia entsenden, sagte ECOWAS-Exekutivsekretär Mohammed Ibn Chambas. Die USA würden die Mission mit zehn Million Dollar finanzieren, fügte er hinzu.

Angesichts der andauernden Kämpfe befürchten internationale Hilfsorganisationen immer mehr eine humanitäre Katastrophe in Liberia. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF teilte am Mittwoch mit, 70 % des Landes seien seit mehreren Monaten von jeglicher Hilfe für die Bevölkerung abgeschnitten. Allein in den noch zugänglichen Gebieten benötigten 330 000 Flüchtlinge dringend Unterstützung.

In dem Bürgerkrieg werden nach UNICEF-Angaben auch mehrere tausend Kinder als Soldaten eingesetzt. Misshandlungen und Entführungen von Minderjährigen seien an der Tagesordnung, teilte die Organisation am Mittwoch in Köln mit. Mädchen würden von Soldaten sexuell missbraucht.

Der Leiter der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, hat eine sofortige militärische Intervention in Liberia gefordert. Erst danach könne daran gedacht werden, Hilfslieferungen in das westafrikanische Land zu bringen, sagte Bierdel, der soeben von einer Hilfsmission in Monrovia zurückkehrte, in einem Interview mit tagesschau.de. Die Lage in Monrovia bezeichnete Bierdel als dramatisch: „Wir wurden überall um Brot angebettelt. Eine Flasche Wasser löste am Hafen fast eine Massenschlägerei aus. Nachts kommt es zu Überfällen aller Art.“

Im Hafengebiet der Hauptstadt Monrovia tobten am Mittwoch weitere heftige Gefechte. Truppen von Präsident Charles Taylor und Rebellen der LURD-Bewegung (Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie) versuchten nach Medienberichten, strategisch wichtige Brücken unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Stadtzentrum explodierten nach Augenzeugenberichten wieder Artilleriegeschosse.

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