Heftige Kämpfe
In ganz Syrien fällt das Internet aus

Mehrmals haben Rebellen der Regierung in Syrien vorgeworfen, das Internet in einigen Regionen abgeschaltet zu haben. Jetzt fiel es landesweit aus - mit unklarer Ursache. Zudem gab es in Flughafennähe erbitterte Gefechte.
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Doha/BeirutIm Bürgerkriegsland Syrien ist das Internet landesweit ausgefallen. Das berichtete der Nachrichtensender Al-Dschasira am Donnerstag. Auch das US-Unternehmen Akamai, das den Internetverkehr beobachtet, sprach von einem kompletten Zusammenbruch des Netzes. Der Ausfall habe am frühen Nachmittag begonnen.

Der syrische Informationsminister Omran al-Subi dementierte Spekulationen, wonach das Regime von Präsident Baschar al-Assad das Internet landesweit abgeschaltet habe. Es handele sich lediglich um ein technisches Problem in einigen Regionen, das behoben werden solle.

In Teilen Syriens wurde während des seit 20 Monaten andauernden Aufstands gegen Präsident Baschar al Assad wiederholt das Internet in einigen Regionen abgeschaltet. Auf diese Weise wollte das Regime vor Großoffensiven die Kommunikation der Aufständischen untergraben. Es war aber das erste Mal, dass es zu einem landesweiten Internetausfall kam.

Aus der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus wurden derweil erbitterte Gefechte zwischen Rebellen und Regierungstruppen gemeldet. Rebellen hatten offenbar die Verbindungen zum Flughafen gekappt. Die Straße zu dem wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt liegenden Airport wurde am Donnerstag wegen der Kämpfe gesperrt, die Fluglinien Emirates und EgyptAir strichen Flüge in die Metropole. Das staatliche Fernsehen meldete am Abend, nach einem Gegenangriff von Sicherheitskräften sei die Verbindung zum Flughafen wieder sicher.

Nach Angaben von Aufständischen waren die Kämpfe an der Flughafenstraße heftiger als je zuvor. Ein Sprecher des Militärrates der Rebellen in Damaskus sagte: "Es gibt keine Zusammenstöße direkt am Flughafen. Die Kämpfe finden in drei bis vier Kilometern Entfernung statt." Seinen Angaben nach haben die Milizen viele Seitenstraßen unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein hochrangiger Mitarbeiter der Europäischen Union erklärte, Präsident Baschar al-Assad bereite offenbar eine entscheidende Schlacht in der Umgebung von Damaskus vor. Allerdings seien dies noch nicht Anzeichen für einen baldigen Sturz der Regierung Assad. In den vergangenen zwei Wochen haben Rebellen mehrere Armeestellungen überrannt und damit den Machtverlust von Assad in den nördlichen und östlichen Landesteilen trotz der Luftangriffe auf die Aufständischen offenbart.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch warf den Rebellen vor, Jugendliche in Gefechten eingesetzt zu haben. Die in New York ansässige Organisation teilte mit, fünf Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren interviewt zu haben. Drei hätten angegeben, Waffen und Munition transportiert zu haben. Einer habe erklärt, auch an einem Angriff beteiligt gewesen zu sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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