Heftige Kämpfe in Kufa
Autobombe tötet sechs Iraker

Bei einem Selbstmordanschlag auf den irakischen Vize-Innenminister Abdul Dschabar Jusef sind sechs Menschen getötet und 13 verletzt worden. Unter den Verletzten befindet sich auch der Politiker. In der Stadt Kufa kam es zu heftigen Gefechten zwischen US-Soldaten und Milizionären.

HB BAGDAD. Die US-Truppen sind am Wochenende erstmals seit dem Aufstand der Milizen des Schiiten-Führers Muktada el Sadr in die südirakischen Stadt Kufa eingerückt. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, töteten US- Soldaten dabei mindestens 16 Aufständische.

Die Opfer des am Samstag in Bagdad mit einer Autobombe verübten Anschlags waren Sicherheitsleute und eine Frau aus dem Viertel. „Das ist ein schreckliches Verbrechen“, sagte der irakische Innenminister Samir el Sumaidija. Augenzeugen sagten, der Attentäter habe einen Wagen in die Einfahrt zum Haus des Vize-Ministers gesteuert und den Sprengstoff gezündet. Die Besatzungstruppen erklärten, die Attentäter wollen eine Demokratisierung und Stabilisierung des Irak verhindern

.

An dem nächtlichen Einmarsch waren nach Angaben der CNN- Korrespondentin 20 Panzer und 600 Soldaten beteiligt. In einer Moschee sei bei der Aktion ein großes Waffenlager entdeckt worden. Nach wenigen Stunden hätten die Soldaten die Hochburg des radikalen Schiiten-Prediger el Sadr wieder verlassen.

Der Prediger warf den Besatzungstruppen unterdessen vor, die Iraker spalten zu wollen. „Wir werden diese Besatzung mit all unser Kraft, unserem Glauben und unserer Entschlossenheit bekämpfen“, sagte er in einer Moschee der dpa. Die erklärte Strategie der US-Truppen setzt darauf, dass auch viele Schiiten zu dem Prediger und seine „Mahdi“-Miliz auf Distanz gehen.

US-Militärs erklärten unterdessen, sie hätten bei einer neuen Untersuchung eines Luftangriffs auf ein irakisches Dorf keine Hinweise darauf gefunden, dass es sich bei den Opfern um Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft gehandelt habe. Es seien vielmehr weitere Belege - wie Spezialferngläser, Maschinen zur Herstellung von Ausweisen und Visa - dafür entdeckt worden, dass das Ziel ein Treffpunkt ausländischer Kämpfer gewesen sei, sagte US-General Mark Kimmitt.

Bei zwei US-Luftangriffen auf das Dorf Makar el Dhib im Westirak waren in der Nacht zum Mittwoch nach irakischen Angaben 41 Zivilisten getötet worden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Augenzeugen sprachen von einem Angriff auf eine Hochzeitsgesellschaft. Bei einem Anschlag südlich von Bagdad starb am Wochenende ein US- Soldat. Drei weitere seien verletzt worden, teilten die Besatzungstruppen mit. Das Fahrzeug der Soldaten wurde in der Nähe der Kleinstadt Mahmudija von einer Autobombe zerstört.

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