Heftige Kämpfe um zweitgrößte Stadt Liberias
Lurd-Rebellen erklären einseitigen Waffenstillstand in Liberia

Die Lurd-Rebellen in Liberia haben nach eigenen Angaben einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Der Leiter der Delegation der größten Rebellen-Gruppe bei den Friedensgesprächen in Ghana sagte, die Rebellen würden sich zum Hafen von Monrovia zurückziehen. Dort würden sie die Ankunft westafrikanischer Friedenstruppen abwarten.

HB/rtr/dpa ACCRA/MONROVIA. Der Chef der Liberianischen Vereinigung für Versöhnung und Demokratie (Lurd), Sekou Conneh, bestätigte telefonisch den Waffenstillstand.

In der Hauptstadt Monrovia liefern sich seit elf Tagen Regierungstruppen und Rebellen heftige Gefechte. Die Rebellen fordern den Rücktritt von Präsident Charles Taylor. Die Rebellen hatten bereits vor einiger Zeit einen Waffenstillstand erklärt. Dieser war jedoch gebrochen worden, und die Rebellen rückten auf Monrovia vor.

Regierungstruppen haben unterdessen nach eigenen Angaben eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der zweitgrößten Stadt Buchanan begonnen. Wie der liberianische Verteidigungsminister Daniel Chea dem britischen Sender BBC sagte, tobten in der Hafenstadt Straßenkämpfe zwischen Regierungssoldaten und Rebellen. Buchanan war am Montag von Rebellen der „Bewegung für Demokratie in Liberia“ (Model) erobert worden, die sich Anfang dieses Jahres von der Lurd abgespalten hatte.

Nach Angaben von Vertretern der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS ist eine baldige Stationierung von regionalen Friedenstruppen in Liberia unwahrscheinlich. Zwar stehen rund 1300 nigerianische Friedenssoldaten zum Einsatz in Liberia bereit. Die Kämpfe machten selbst aber die Entsendung eines Vortrupps zur Sondierung der Lage unmöglich.

In Monrovia gingen die Kämpfe zwischen Lurd-Rebellen und Soldaten in der Nähe von zwei strategisch wichtigen Brücken um den Zugang zur Hauptstadt weiter. Die Stadt Gbarnga im Osten des Landes befindet sich in der Hand der Lurd, der größten Rebellengruppe.

Beide Rebellen-Gruppen haben die Ablösung von Präsident Charles Taylor zum Ziel. Taylor hatte am Wochenende seine Bereitschaft bekräftigt, nach einem Eintreffen von afrikanischen Friedenstruppen ins Exil zu gehen, ließ jedoch einen genauen Zeitpunkt offen.

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