Henry Paulson
„Am Abgrund“ – Memoiren eines Finanzministers

Was ging in Henry Paulson vor, als die Finanzkrise hereinbrach? Eineinhalb Jahre nach dem Lehman-Kollaps gibt der Ex-US-Finanzminister Antworten. In seinem neuen Buch schreibt er über Panikattacken und aufbauende Worte seiner Frau.
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NEW YORK. Sonntag, 14. September 2008, Panik liegt in der Luft. Finanzminister Henry Paulson sitzt in seinem Übergangsbüro in der New Yorker Federal Reserve Bank und telefoniert mit seinem britischen Kollegen Alistair Darling. Die britische Bank Barclays hatte am Tag zuvor noch Interesse signalisiert, Teile der krisengeschüttelten Investmentbank Lehman Brothers zu übernehmen. Doch plötzlich tauchen Probleme mit den britischen Regulierern auf, die Paulson nun aus dem Weg räumen will.

Dann kommt der Schlag: Barclays, sagt Darling ohne das kleinste Anzeichen des Bedauerns, würden Lehman unter keinen Umständen übernehmen. Er werde nicht zulassen, dass die USA ihre Probleme dem britischen Steuerzahler aufladen. „Plötzlich überkam mich ein Anflug von Angst. Lehman war so gut wie tot, und die Probleme bei AIG gerieten außer Kontrolle.“ So schildert Paulson die dramatischen Momente vor dem Lehman-Kollaps in seinem neu erschienenen Buch „Am Abgrund.“

Viele haben sich auf dem Höhepunkt der Krise gefragt, was der mächtige Mann mit der kratzigen Stimme abseits der Kameras fühlt, wie er mit dem Druck klarkommt, ob er nachts schlafen kann. Sein Buch gibt nun, eineinhalb Jahre später, Antworten.

„Ich wusste, dass ich meine Frau anrufen muss. Wendy kam gerade aus der Kirche zurück. 'Was ist, wenn das ganze System zusammen bricht?' fragte ich sie. 'Alle schauen auf mich und ich habe keine Antwort.' Ich habe sie gebeten, für mich zu beten und für das Land und mir zu helfen, mit dieser plötzlichen Panikattacke klar zu kommen“, schreibt Paulson. Seine Frau zitiert für ihn aus der Bibel.

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