Herzprobleme
Berlusconi nach Ohnmacht in Klinik

Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi hat sich am Sonntag nach einer Ohnmacht und Herzproblemen in eine Klinik begeben. Die beiden Vorfälle warfen erneut Fragen über die politische Zukunft des 70-Jährigen auf.

HB MAILAND. „Die Ärzte haben im Elektrokardiogramm (EKG) so etwas wie einen ungleichmäßigen Herzschlag gefunden“, erklärte Berlusconi am Sonntagabend vor seinem Haus bei Mailand. „Deshalb wollen sie mich für 24 Stunden unter Beobachtung haben.“

Wenige Stunden zuvor war Berlusconi in der Stadt Montecatini Terme während einer Rede vor Anhängern seines Mitte-Rechts-Bündnisses ohnmächtig geworden. Er sank zu Boden und wurde hinter die Bühne zu seinem Leibarzt gebracht. Bis ein Notarztwagen kam, hatte er sich aber offenbar wieder etwas erholt und winkte stehend Anhängern zu, die ihm Besserung wünschten. Dann stieg er in ein Auto und kurz darauf in einen Hubschrauber, der ihn in sein Haus bei Mailand brachte.

„Es geht ihm schon viel besser“, hatte sein Sprecher Paolo Bonaiuti danach gesagt. Andere Vertraute sagten, es gebe keinen Grund zur Sorge. Berlusconi habe Antibiotika genommen und einen plötzlichen Blutdruck-Abfall erlitten. Ähnliches sei schon in der Vergangenheit passiert. Berlusconi selbst sagte am Abend vor seinem Gang in die Klinik, der Vorfall sei darauf zurückzuführen, dass es während der Rede sehr heiß gewesen und er sehr müde gewesen sei. Regierungschef Romano Prodi ließ Berlusconi Genesungswünsche zukommen. Er habe davon gehört, was passiert sei. „Ich bin sicher, dass es sich nur um eine kleine Sache handelt und ich wünsche Ihnen eine schnelle Genesung.“

Berlusconi seit Dienstag erneut vor Gericht

Die Zwischenfälle schürten allerdings die Diskussion über die politische Zukunft Berlusconis, der sich seit seiner Wahl-Niederlage gegen Prodi im April überraschend selten zu großen Themen zu Wort meldet. Erst vor wenigen Tagen hatte er zudem einen Zeitungsbericht zurückweisen lassen, wonach er im privaten Kreis gesagt habe, er werde auch dann nicht mehr für das Amt des Regierungschefs zu Verfügung stehen, falls seine Partei wieder an die Macht komme. „Ich habe meinen Teil beigetragen. Für mich reicht es“, war er zitiert worden.

Seit Dienstag steht Berlusconi zudem erneut vor Gericht. Ihm wird Betrug im Zusammenhang mit Geschäften des von ihm kontrollierten Medienunternehmens Mediaset vorgeworfen. Berlusconi hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Prozess wird wohl Monate dauern. Berlusconi wurde bereits in anderen Fällen wiederholt wegen Verjährung frei gesprochen. In dem aktuellen Verfahren geht es um Steuerhinterziehung und Schmiergeld.

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