Hilfe angeboten
Merkel geht auf Pakistan zu

Bei einem Treffen mit dem pakistanischen Premierminister sagte Bundeskanzlerin Merkel umfassende Unterstützung zu. Im Kampf gegen den Terror, bei der Ausbildung der Jugend und in der wirtschaftlichen Entwicklung wollen beide Länder enger zusammenarbeiten.
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HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Pakistan weitere deutsche Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus angeboten. Dazu zählte Merkel nach einem Treffen mit Premierminister Yousuf Raza Gilani am Dienstag in Berlin ausdrücklich auch Investitionen in die Ausbildung der pakistanischen Jugend. Bei dem Besuch wurde auch ein neues Investitionsschutzabkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnet. Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union seit vielen Jahren Pakistans wichtigster Handelspartner.

„Wir wissen, dass Pakistan sehr stark unter den terroristischen Kräften leidet“, sagte Merkel. Deutschland wolle „alles dazu beitragen“, was im Kampf gegen den Terrorismus getan werden könne. Dazu gehöre neben militärischen Mitteln aber auch eine bessere Ausbildung der jungen Generation. „Wir können Terrorismusbekämpfung akut betreiben. Aber das wird nie ausreichen, um ein Land zu einer prosperierenden Zukunft zu führen.“ Gilani warb um weitere deutsche Investitionen, „um unser Land weiter zu entwickeln“.

Merkel mahnte auch weitere Anstrengungen für eine bessere Verständigung zwischen Pakistan und dessen Nachbarstaaten Afghanistan und Indien an. Deutschland habe daran ein „sehr hohes Interesse“. Das nur schwer zugängliche Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als wichtigstes Rückzugsgebiet von radikal-islamischen Terroristen. Die Atommacht Pakistan wurde in den vergangenen Wochen immer wieder von Terroranschlägen erschüttert. Gilani ist seit kurzem auch Inhaber der Kommandogewalt über die Atomwaffen des Landes.

Das neue Investitionsschutzabkommen ersetzt eine Regelung, die bereits seit 1959 in Kraft war. Darin wird auch der Zugang zur internationalen Schiedsgerichtsbarkeit geregelt, falls es zu Streitfällen kommt. Das 173-Millionen-Einwohner-Land Pakistan gehört weltweit zu den Staaten, die unter der Wirtschaftskrise besonders zu leiden haben. Deutschland erließ deshalb bereits rund 40 Millionen Euro Staatsschulden. Das Volumen des bilateralen Handels betrug im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro.

Für die Jahre 2009/10 sind derzeit rund 120 Millionen Euro an Entwicklungshilfe eingeplant. Die Schwerpunkte liegen bei der Gesundheitsvorsorge, der Bildung und erneuerbaren Energien.

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