Hilfe aus dem Ausland
Libyen denkt über Hilfe internationaler Truppen nach

Rivalisierende Gruppen liefern sich in Libyen erbitterte Gefechte um die Kontrolle des Flughafens in Tripolis. Der Beschuss scheint kein Ende zu nehmen. Jetzt will die Regierung internationale Truppen ins Land zu holen.
  • 0

TripolisAngesichts der eskalierenden Gewalt im Land erwägt die libysche Regierung den Ruf nach militärischer Hilfe aus dem Ausland. Die Regierung prüfe die Möglichkeit, internationale Streitkräfte zu rufen, um die Sicherheit wieder herzustellen und der Regierung bei der Durchsetzung ihrer Autorität zu helfen, erklärte Regierungssprecher Ahmed Lamin in der Nacht zum Dienstag. Die Präsenz internationaler Streitkräfte könne den Aufbau staatlicher Institutionen unterstützen, „insbesondere von Armee und Polizei“.

Am Sonntag hatten sich rivalisierende Gruppen Gefechte um die Kontrolle des Flughafens der libyschen Hauptstadt Tripolis geliefert. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet. Am Montag wurde ein Mitglied der Sicherheitskräfte getötet, als der Flughafen erneut beschossen wurde. Nach Angaben von Sicherheitskräften schlugen dutzende Raketen ein. Dabei sei der Kontrollturm getroffen worden, ebenso ein Flugzeug der libyschen Fluggesellschaft al-Buraq. Bereits am Sonntag waren rund ein Dutzend Flugzeuge beschädigt worden. Bei Gefechten in Benghasi im Osten des Landes wurden sieben Menschen getötet.

Als Konsequenz aus der dramatischen Verschlechterung der Sicherheitslage teilte die UN-Mission in Libyen (Unsmil) am Montag mit, sie ziehe bis auf weiteres ihr gesamtes Personal aus dem nordafrikanischen Land ab. Die 2011 ins Leben gerufene Mission soll dazu beitragen, das Land nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi zu stabilisieren und eine demokratische Entwicklung zu ermöglichen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hilfe aus dem Ausland: Libyen denkt über Hilfe internationaler Truppen nach"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%