Hilfe für die ärmsten Länder der Welt
Chirac treibt Ticketsteuer voran

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac will bei der Einführung einer Sondersteuer auf Flugtickets zur Finanzierung von Entwicklungshilfe die Initiative ergreifen. „Ich habe die Regierung damit beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten, solch eine Steuer im kommenden Jahr einzuführen“, sagte Chirac am Montag.

ali/HB PARIS. Seit Monaten ringen die Industriestaaten um die Frage, wie den ärmsten Ländern der Welt besser geholfen werden kann. Chirac machte sich stets für die Einführung einer Sondersteuer auf Flugtickets stark. Im Januar erklärte er, dass ein weltweit erhobener Zuschlag von einem Dollar je Ticket rund zehn Mrd. Dollar einbringen würde, die zum Beispiel im Kampf gegen Aids in Afrika eingesetzt werden könnten.

Chirac erklärte gestern, dass Frankreich gemeinsam mit Deutschland, Algerien, Brasilien, Chile und Spanien den Vorschlag beim Gipfel-treffen der Vereinten Nationen im September vorbringen wollten. Die Bundesregierung hat Chiracs Vorstoß in dieser Frage immer unterstützt. Ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums sagte, dass die Bundesregierung derzeit aber noch keine Pläne habe, diese Steuer tatsächlich einzuführen.

Im Juni hatten die acht größten Industrienationen (G8) die Einführung der Steuer diskutiert. Die Reaktionen auf den Vorschlag waren aber eher gemischt. So sind die Vereinigten Staaten von der Idee nicht überzeugt, wollen den Plan aber auch nicht blockieren, wenn andere Staaten ihn umsetzen.

Unklar blieb gestern, wie die Einführung der Ticket-Steuer in Frank-reich konkret aussehen soll. Fraglich ist zum Beispiel, ob von dieser Steuer zunächst nur französische Fluggesellschaften betroffen wären.

Die von Chirac propagierte Ticketsteuer ist eine Ableitung der Idee der so genannten Tobin-Steuer. Der Ökonom James Tobin hatte den Ansatz entwickelt, die weltweiten Kapitalströme mit einer Steuer zu belegen, um damit Entwicklungshilfeprojekte zu finanzieren.

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