Hilfsantrag
Hollande gegen weitere Sparauflagen für Spanien

Frankreichs Staatspräsident Hollande hat sich dagegen ausgesprochen, Spanien im Falle eines Hilfsantrags an den Euro-Rettungsfonds weitere Sparauflagen zu machen. Das Land unternehme bereits alle nötigen Anstrengungen.
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BrüsselWenn die Regierung in Madrid um Unterstützung frage, „gibt es keinen Grund, ihr Bedingungen zu stellen, die den Sparmaßnahmen weitere Sparmaßnahmen hinzufügen“, sagte Hollande am Freitagmorgen beim EU-Gipfel in Brüssel. „Spanien unternimmt alle nötigen Anstrengungen.“

Spanien gilt aufgrund seiner angespannten Finanzlage als Kandidat für einen Hilfsantrag an den Euro-Rettungsfonds ESM. Ein mögliches Szenario ist, dass die spanische Regierung beim Euro-Rettungsfonds ESM einen Antrag auf die Bereitstellung einer vorsorglichen Kreditlinie stellt, um das Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Aufkauf von Staatsanleihen auszulösen. Dadurch könnte der Zinssatz gedrückt werden, den Spanien für Schulden zahlen muss.

Hilfsanträge an den Euro-Rettungsfonds sind normalerweise mit strengen Auflagen verbunden. Um dies zu vermeiden, hat die Regierung in Madrid bereits milliardenschwere Einsparungen beschlossen und eine Reihe von Strukturmaßnahmen eingeleitet. Die Lage Spaniens stand nicht auf der Tagesordnung des EU-Gipfels.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hilfsantrag: Hollande gegen weitere Sparauflagen für Spanien"

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  • der ESM wird gnadenlos ausgehebelt, Auflagen aufgweicht, und wohl auf 2 Billionen erhöht. macht doch gleich 100 Billionen die vielleicht bis Weihnachten reichen, ihr Superhelden.

  • Dieses Euro-Kartenhaus wird zusammen krachen, da brauchen wir uns gar nichts vormachen.
    Schon jetzt können wir in den Tageszeitungen täglich lesen, welche Firma wieder Arbeitsplätze abbaut usw. Und das wird mehr werden und dann geht es auch mit Deutschland rasant in den Keller
    und dann werden Merkel und Schäuble dumm aus der Wäche gucken und das gar nicht verstehen

  • Wenn Hollande das so will, dann wird das gemacht. Man muss doch seinen Freund Rajoy in Spanien nicht mit der lästigen Troika belasten, das gilt nur für Griechenland, Portugal, Irland. Und selbstverständlich werden dann Frankreich und Italien auch keine Troika akzeptieren. Wo käme man denn hin, wenn man die Hosen runterlassen müsste.

    Es genügt völlig einen geringen Milliardenbetrag aus dem ESM anzufordern, und schon kauft Draghi so viel Staatsanleihen wie man es wünscht, und Merkel-Deutschland haftet mit 27%.

    Der Trick mit der EZB hat super funktioniert, da braucht es keine Hebelung, und das Urteil des BVerfG wurde berücksichtigt, da die 190 Milliardenobergrenze nur für den ESM gilt.

    Und nächstes Jahr kommt noch die Bankenunion. Der Merkel hat man jetzt ein paar Monate Aufschub zugestanden, dafür wird sie inhaltlich fast alles so absegnen wie das Trio Monti, Hollande, Rajoy es sich ausgedacht hat, natürlich mit Unterstützung von Juncker, Barroso, Draghi, Van Rompuy.

    Man kann ja mal mit übertrieben großen Forderungen in die Verhandlung gehen, und sich nachher freuen, wenn das angestrebte Ziel voll erreicht wurde, und Merkel ihren dummen Deutschen Dinge wie den Zeitaufschub wieder als großen Erfolg verkaufen kann.

    Außerdem kann man die Verträge im Nachhinein immer noch brechen, falls es dringend und alternativlos ist. Natürlich nicht von den Deutschen, das geht gar nicht.

    Das Ziel ist fast erreicht. Die Staatsschulden werden durch den ESM und die EZB vergemeinschaftet, die Bankschulden durch die Bankenunion. Das Geld der deutschen Sparer und Steuerzahler ist sicher in der „Europa-Kasse“ für die Schuldenländer bereitgestellt.

    Jetzt müssen nur noch die Nationalstaaten entmachtet werden und dafür gesorgt werden, dass die Deutschen nicht zu viel zu sagen haben in der neuen EU. Die sollten auf Jahrzehnte mit dem Abtragen der Schulden der GIIPSSFZ-Staaten beschäftigt sein.

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