Hilfsgüter für die Ukraine
Abfahrt von russischem Hilfskonvoi steht bevor

Auf nach Donezk: Das Rote Kreuz rechnet mit einer raschen Abfahrerlaubnis für den russischen Hilfskonvoi. Doch im Kriegsgebiet wird weiter erbittert gekämpft. Politische Hoffnungen ruhen derweil auf Angela Merkel.
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Donezk/KiewInmitten heftiger Kämpfe in der Ostukraine steht ein umstrittener russischer Hilfskonvoi vor der Abfahrt in das Krisengebiet. „Die Zollbehörden haben mit der Inspektion begonnen, die Lastwagen sollten morgen rollen“, sagte eine Sprecherin des Roten Kreuzes am Donnerstag. Andrej Lyssenko vom ukrainischen Sicherheitsrat sagte örtlichen Medien zufolge, die Route zur Verteilung der Hilfsgüter sei beschlossen.

Erste Lastwagen standen am Abend im russischen Zollbereich. Wegen offener Sicherheitsfragen hatte der Konvoi tagelang an der Grenze gestanden.

Regierungstruppen und prorussische Separatisten lieferten sich erneut heftige Gefechte mit zahlreichen Toten. Der Sicherheitsrat in Kiew sprach von mindestens fünf getöteten Soldaten. Die prorussischen Aufständischen in Donezk berichteten von starkem Artilleriebeschuss durch das Militär. Die Separatisten schossen zudem nach eigener Darstellung erneut drei ukrainische Militärmaschinen ab. Sie nehmen seit Wochen Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe ins Visier.

Insgesamt beziffern die Vereinten Nationen die Zahl der Opfer der Kämpfe – Soldaten und Zivilisten – inzwischen auf mehr als 2000. Die Zahl habe sich mit dem Beginn der ukrainischen Offensive zur Rückeroberung der Rebellenhochburgen Ende Juli verdoppelt.

Entspannung sollen nun mehrere hochrangige Krisentreffen in den kommenden Tagen bringen. So will in einem mit Spannung erwarteten Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am kommenden Dienstag Poroschenko einen Rückzug der prorussischen Separatisten aus dem Osten des Landes fordern. „Ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird. Die Ukraine will Frieden“, sagte Poroschenko. Für eine starke Verhandlungsposition sei die Einheit des Volkes und der Armee notwendig, sagte er.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein deutscher Kollege Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprachen nach Angaben aus Moskau in einem Telefonat über eine mögliche Waffenruhe.

Für Wirbel sorgte eine Mitteilung des Sicherheitsrates in Kiew, Soldaten hätten bei Lugansk zwei russische Schützenpanzer erobert, in denen sie auch russische Dokumente gefunden haben sollen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau wies dies nach einem Bericht der Agentur Itar-Tass zurück.

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  • Russische Panzer erobert
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    Bei Kämpfen um die Rebellenhochburg Lugansk eroberten ukrainische Truppen nach eigenen Angaben zwei Panzerfahrzeuge der russischen Armee. Ukrainische Soldaten hätten zwei Panzer der Fallschirmspringer-Kompanie der Luftlandedivision Pskow im Nordwesten Russlands in ihre Gewalt gebracht.

    Warum überquert der "Hilfskonvoi" einen von den Separatristen kontrollierten Grenzübergang? Haben sie etwas zu verbergen?

    Und kommen die "Hilfslieferungen jetzt wirklich bei der notleiteten Bevölkerung an?

    Wann wird dieser Bürgerkrieg endlich beendet? Es ist die Zivilbevölkerung, die darunter leidet.
    Die Separatisten sollten wieder nach Russland zurückkehren.

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