Hilfsgüter verteilt
Liberia-Präsident verließ Friedensgespräche

Die Friedensgespräche für Liberia sind wegen neuer Forderungen der Rebellen ins Stocken geraten. Vertreter beider Kriegsparteien sicherten am Sonntag jedoch schriftlich zu, Hilfsorganisationen den Zugang ins ganze Land zu ermöglichen, wie der britische Sender BBC berichtete.

HB/dpa ACCRA/MONROVIA. Der liberianische Präsident Moses Blah war am Samstagabend aus der ghanaischen Hauptstadt Accra abgereist. Die geplante Unterzeichnung eines Friedensabkommens wurde auf einen ungenannten Termin verschoben.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Liberia, Jacques Klein, zeigte sich optimistisch, dass die Gespräche trotzdem fortgesetzt würden. Hauptstreitpunkt ist die Verteilung politischer Ämter in der für Oktober geplanten Übergangsregierung. Die Rebellen fordern mehrere Spitzenpositionen. Die westafrikanischen Vermittler möchten jedoch keine Militärs in der Übergangsregierung, die Blah ablösen soll. Seit Anfang Juni verhandeln Vertreter der Regierung, der beiden Rebellengruppen LURD und MODEL und zahlreicher politischer Parteien in Accra über einen politischen Neuanfang für das Land. Die ersten Wahlen sind für Oktober 2005 vorgesehen.

Klein forderte außerdem die Aufstockung der Eingreiftruppe von geplanten von 3250 auf 5000 Soldaten. Die westafrikanische Eingreiftruppe ECOMIL wird von etwa 200 US-Soldaten unterstützt, die zunächst den Flughafen Monrovias sichern. „Wir haben 770 nigerianische Soldaten in Liberia, während es allein in New York 30 000 Polizisten gibt“, sagte Klein am Freitag.

In der liberianischen Hauptstadt Monrovia haben Hilfsorganisationen unterdessen mit der Verteilung von Lebensmitteln begonnen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hatte trotz der Plünderungen noch etwa 3000 Tonnen Maismehl in einem Lager. Am Freitag waren außerdem die ersten Hilfslieferungen auf dem Seeweg nach Monrovia gekommen. Das nächste Schiff mit Lebensmitteln für die Not leidende Bevölkerung wird am kommenden Sonntag erwartet. Das WFP will Lebensmittel für 200 000 bis 400 000 Menschen ins Land bringen.

In Monrovia strömten Tausende Menschen über die Brücken in das Hafenviertel, das bis vor kurzem noch unter der Kontrolle der Rebellen stand. Viele von ihnen sahen Verwandte und Freunde wieder, von denen sie wochenlang nicht wussten, ob sie noch lebten.

Nach Informationen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist die Lage in der Hafenstadt Buchanan noch immer dramatisch. „Dort sieht es aus wie in Monrovia vor drei Wochen“, sagte eine IKRK- Sprecherin. Es gebe weder Strom noch Wasser noch Nahrungsmittel. „Die medizinische Versorgung ist sehr schlecht."

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