Hilfslieferungen und Kurzbesuch
Steinmeier sagt bedrängten Irakern Solidarität zu

Im Nordirak sind die ersten Hilfslieferungen aus Deutschland angekommen. Gleichzeitig macht Außenminister Steinmeier bei seinem Kurzbesuch den Menschen Mut. Es sei Zeit für ein „Signal der Solidarität“.
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BagdadEine Maschine der Bundeswehr mit rund sechs Tonnen Material an Bord landete am frühen Samstagmorgen auf dem Flughafen der Kurdenmetropole Erbil, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte. Weitere Flüge sollen im Laufe des Tages folgen.

Insgesamt hatte die Bundeswehr am Freitag fünf Flugzeuge vom Typ Transall mit 36 Tonnen Lebensmittel, Decken und Medikamenten von Schleswig-Holstein aus auf den Weg geschickt. Die letzte Teilstrecke in den Nordirak wird vom türkischen Incirlik aus mit drei geschützten Flugzeugen zurückgelegt.

Nach Angaben der Sprecherin hat sich die Auslieferung nach Erbil wegen der hohen Temperaturen vor Ort etwas verzögert. Womöglich würden einige der Flüge in die kühleren Abendstunden verlegt. Ursprünglich sollte die gesamte Lieferung bereits am Samstagmorgen in Erbil sein.

Dort wird im Tagesverlauf auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet, der sich ein Bild von der Lage vor Ort machen will. In der Region haben zehntausende Menschen Schutz vor der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) gesucht.

Steinmeier hat den Menschen im Irak zum Auftakt seines Besuches in dem Krisenland seine Unterstützung zugesichert. Es sei an der Zeit, ein "Signal der Solidarität zu geben", sagte Steinmeier nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Samstag bei einem Treffen mit seinem Kollegen Hussein al-Scharistani in Bagdad. Dabei berieten die Politiker demnach auch über den jüngsten Beschluss der EU-Außenminister, die am Freitag Waffenlieferungen für die Kurden im Nordirak befürwortet hatten.

Der Irak begrüße den Beschluss, sagte Steinmeier, der am Morgen in Bagdad gelandet war. Dem Außenamt zufolge traf sich Steinmeier auch mit Präsident Fuad Masum und mit dem designierten Regierungschef Haidar al-Abadi. Der Politiker war von Masum am Montag mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Steinmeier bezeichnete al-Abadis Nominierung als "kleinen Lichtblick".

Der Bundesaußenminister wollte sich im Irak außer mit Regierungsvertretern in Bagdad auch mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani, in Erbil treffen. Geplant sind demnach auch Gespräche mit Flüchtlingen.

Die Menschen im Nordirak leiden derzeit unter der brutalen Offensive der Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat (IS). Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am Freitag eine Resolution gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien. Die einstimmig angenommene Resolution soll die Finanzierung der extremistischen Gruppierungen und ihre Rekrutierung von Kämpfern unterbinden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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