Hilfsorganisationen schlagen Alarm
Alarmierende Signale aus dem Sudan

Im Westen Sudans wird die Lage in den Flüchtlingslagern immer bedrohlicher. Besonders die Kinder leiden. Jedes fünfte Kind sei bereits von Mangelernährung betroffen, hieß es in einer am Freitag in Köln veröffentlichten Erklärung des UN-Kinderhilfswerks Unicef.

HB KÖLN/NAIROBI. Schon Anfang Mai seien in einem Lager mit 1700 Flüchtlingen nahe der Ortschaft Kailek in Süd-Darfur jeden Tag fünf bis sieben Kinder an Erschöpfung und Infektionskrankheiten gestorben. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat begonnen, Kinder gegen Masern zu impfen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wies auf die schwierige Situation der Menschen hin, die wegen der Kämpfe in der sudanesischen Region Dafur über die Grenze in den Tschad geflohen sind. Zehntausende Flüchtlinge müssten bis zum Beginn der Regenzeit Anfang Juni weiter ins Landesinnere gebracht werden. Ansonsten seien sie von jeder Hilfe abgeschnitten. In den überfüllten Lagern drohe der Ausbruch ansteckender Krankheiten.

UN-Generalsekretär Kofi Annan ermahnte unterdessen den sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir in einem Brief zur Einhaltung des Waffenstillstands in der Krisenregion. Die Milizen müssten so schnell wie möglich entwaffnet werden, und der Zugang für die Hilfsorganisationen sollte erleichtert werden, schrieb Annan nach Angaben seines Sprechers in New York.

In Darfur geht die Regierung seit gut einem Jahr mit Hilfe arabischer Milizen gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung vor. Zwei Rebellenbewegungen kämpfen hier für einen größeren Anteil am Reichtum des Landes. Gut eine Million Menschen ist schätzungsweise auf der Flucht, etwa 110 000 halten sich im Tschad auf.

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