Hilfspaket
Zypern könnte 17,5 Milliarden Euro benötigen

Der finanzielle Bedarf der zypriotischen Regierung scheint größer zu sein als ursprünglich kommuniziert. Nachdem zuvor von Hilfsgeldern in Höhe von zehn Milliarden die Rede war, stehen nun 17,5 Milliarden Euro im Raum.
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NikosiaDas Hilfspaket für Zypern könnte sich auf insgesamt 17,5 Milliarden Euro belaufen. Diese Zahl bestätigte der Finanzminister des Inselstaates, Vassos Shiarly, indirekt am Donnerstag nach der Übergabe des Etats für 2013 an den Parlamentspräsidenten Giannakis Omirou gegenüber der Presse. „Diese Zahl ist nichts Neues, sondern das, was wir in der Vergangenheit auch schon genannt hatten“, sagte Shiarly.

Man müsse zur Summe für die Rekapitalisierung der Banken in Höhe von zehn Milliarden weitere sechs Milliarden für die Bedienung von Altschulden und 1,5 Milliarden Euro für das laufende Haushaltsdefizit bis 2016 rechnen. „Folglich kommen wir auf rund 17 Milliarden, wenn das die Zahl ist, die Sie suchen“, sagte der Minister.

Zypern macht hohe Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Die Regierung Zyperns hatte Ende Juni deshalb einen Antrag in Brüssel auf ein Hilfspaket gestellt. Zuletzt war in Nikosia von einer Summe die Rede, die mindest 10 Milliarden Euro betragen soll.

Derzeit laufen die Verhandlungen mit der Troika von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über Hilfskredite bis 2016.

Shiarly erklärte, er gehe davon aus, dass das zyprische Hilfeersuchen aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem nächsten ordentlichen Treffen der Eurogruppe am 3. Dezember zur Sprache kommen wird. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Ähnlich hatte sich Staatspräsident Dimitris Christofias am Donnerstagmorgen geäußert.

Die dritte und bislang letzte Verhandlungsrunde mit der Troika war in der Nacht zum Donnerstag ohne endgültiges Ergebnis zu Ende gegangen. Weiterhin strittig sind Shiarly zufolge die Privatisierung der Telekomgesellschaft Cyta, die Frage der Verwendung der Gewinne aus dem Erdgasgeschäft und die automatische Anpassung der Gehälter an den Lebenshaltungskosten-Index.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @hagadi:
    die ersten hilfsgelder bekam lettland.danach folgte ungarn.was haben diese länder gemeinsam? richtig.sie haben keinen EURO.somit ist ihre these widerlegt.es gibt große strukturelle probleme,die man beheben muss,und das gelingt allmählich.sicher,man hätte vorher die strukturellen auflagen enger fassen können,nun setzt man dies aber trotzdem durch. diese ganze panikmache,die ständig verbreitet wird,hilft keinem weiter.und immer jede pressemitteilung über verschärfung der krise zu dramatisieren,oder positive effekte und erfolge in ihrer bewältigung(ja,die gibt es,auch wenn man hier schon widersprechen will) grundlos schlecht zu reden und als erfunden darzustellen, ebenfalls nicht.hatte erst letztlich mit den neuerdings euro-gegner von der büso eine diskussion,wobei sich schon deren ahnungslosigkeit nach 10 minuten als eklatant erwies. besser informieren hilft da oftmals.dabei halte ich mich keineswegs für bestens informiert,sondern suche weiter nach antworten auf fragen, und gebe mich nicht mit dem ein-mal-eins jeder diskussionsseite zufrieden...

  • Warum ist das so? Warum benötigen Länder wie Irland, Portugal, Griechenland, Zypern, Spanien und bald auch Italien und Frankreich etc. EURO-Milliarden als Hilfe?
    Ganz einfach: Weil es den EURO gibt als Gemeinschaftwährung. Dieses Problem ist ein hausgemachtes - ohne EURO würde es nicht existieren!
    Was sagt uns das? Der EURO hätte niemals eingeführt werden dürfen und er muss unverzüglich wieder abgeschafft werden, nach dem Motto: Vorwärts in die Vergangenheit!
    Wirtschaftsunion JA - Währungsunion NEIN

  • :D Zypern- das Land im EU-Raum, weshalb die Griechen ihren Reedern nicht mehr als 0%(!) Steuern auflegen konnten - um wenigstens Arbeitsplätze zu bewahren - deutsche Reedereien haben längst ihren Sitz in Zypern, und nun soll diese Steuerdumping-Insel mit 17Mrd. deutschem Geld gerettet werden... nachdem sie unsere und die europäische Wirtschaft geschädigt haben... Für 17Mrd. € müssten sie lediglich eine vom Markt vorgegebene Unternehmenssteuer einführen! Zypern ist das letzte Land, dass man retten sollte! Für Menschen auf der Straße fehlt das Geld, aber Banken und Steuerparadiese können gerettet werden!?

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