Hilfspakete für Griechenland
EU-Finanzpolitiker machen Fortschritte bei Verhandlungen

Griechenland ist auf eine Einigung angewiesen, ohne frisches fremdes Geld kann das Land seine Banken nicht liquide halten und Schulden nicht zurückzahlen. Diesmal scheint bei den Verhandlungen alles rund zu laufen.
  • 6

Brüssel/Athen/BerlinGriechenland will die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket bis spätestens Dienstag morgen abschließen. Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, noch offene Fragen zu klären, sagte ein Vertreter der Regierung in Athen am Sonntag, der nicht genannt werden wollte. „Ziel ist Montag Nacht oder Dienstag früh.“ Wenn das griechische Parlament abstimme, gehe es dort um ein Gesetz mit zwei Artikeln - zum einen das Hilfspaket, zum anderen die Reformen, die Voraussetzung für die Auszahlung der ersten Tranche sind.

Die Finanzminister der Euro-Zone sollen am Freitag über das Hilfspaket befinden, anschließend müssen die Parlamente in mehreren Euro-Staaten zustimmen. Griechenland benötigt am 20. August frisches Geld, wenn ein Kredit der Europäischen Zentralbank zur Rückzahlung ansteht. Auch andere mit den Verhandlungen vertraute Personen erwarteten einen Entwurf einer Grundsatzvereinbarung für weitere Gelder zugunsten des von der Pleite bedrohten Landes bis Dienstag. Dann bliebe genügend Zeit, damit die Parlamente in mehreren Euro-Staaten zustimmen könnten. So käme die Regierung in Athen rechtzeitig an neue Gelder, um ihren finanziellen Verpflichtungen Folge zu leisten. Auch die Banken des Landes, die nach dem jüngsten Absturz an der Börse noch stärker unter Druck stehen, brauchen dringend frisches Kapital. Offene Kritik an der Euro-Rettungspolitik kam aus Finnland. Auch Deutschland als größter Gläubiger in Europa ist skeptisch.

Griechenland soll im Rahmen des dritten Hilfspakets bis zu 86 Milliarden Euro erhalten. Umfangreiche Sparmaßnahmen und Reformen sollen die Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen und den Haushalt sanieren. Allerdings ist die Konjunktur seit dem Regierungswechsel Anfang des Jahres eingebrochen, auch weil die Verhandlungen über weitere Gelder monatelang stockten. Bank-Kunden räumten angesichts der Unsicherheit ihre Konten leer. Die Geldhäuser mussten mehrere Wochen geschlossen werden, noch immer ist der Kapitalverkehr eingeschränkt. Die vier größten Institute brauchen bis zu 25 Milliarden Euro Kapital, um nicht zu kollabieren. Ihre Kurse waren nach der Wiedereröffnung der Börse zuletzt dramatisch abgestürzt - ein Zeichen der Skepsis der Anleger.

Nach einer Telefonkonferenz der Vize-EU-Finanzminister am Freitagabend hieß es aus dem Umfeld der Teilnehmer, werde der Entwurf bis Dienstag fertig, könnte das Parlament in Athen am Donnerstag eine Entscheidung fällen. Am Freitag wären dann die Euro-Finanzminister dran. Auch der Deutsche Bundestag müsste zustimmen. Nach diesem Zeitplan könnte Griechenland rechtzeitig am 20. August fällige Kreditrückzahlungen in Höhe von mehr als drei Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) aus dem neuen Programm leisten.

Ein Vertreter der Athener Regierung sagte am Samstagabend, es werde mit Hochdruck an dem Entwurf gearbeitet. Griechenlands Finanz- und Wirtschaftsminister sowie Unterhändler der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandelten am Wochenende über die Details. Am Sonntag stünden dabei die kontroversen Teile auf der Tagesordnung.

Seite 1:

EU-Finanzpolitiker machen Fortschritte bei Verhandlungen

Seite 2:

Skandinavier blockieren

Kommentare zu " Hilfspakete für Griechenland: EU-Finanzpolitiker machen Fortschritte bei Verhandlungen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • >> EU-Finanzpolitiker machen Fortschritte bei Verhandlungen >>

    Sie haben die Hoffnung, das Geld der Europäischen Steuerzahler zu verprassen und die Griechen endgültig zu versklaven, noch nicht aufgegeben.

    Diese Fortschritte sind aber von nur sehr kurzer Dauer !

  • Weil sich Frau Dr. Merkel bereits früh darauf festgelegt hat, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen würden, ist eine schnelle Einigung fast nur noch Fomsache weil kaum einer der halbwegs vernünftig denkt oder nicht dreist lügt davon ausgehen kann, dass sowieso keine Vereinbarungen seitens der GR Politikklasse eingehalten werden. So können nun schon bald 35 Mrd. € zur Schuldenrückzahlung zwecks Herauskauf des IWF aus der Griechenrettung fließen. Weitere 25 Mrd. zur Rekapitalisierung der GR Banken. Diese wurden mittlerweile ausgeplündert. Vergebene Kredite - oft an reiche Kreditbetrüger aber auch an einfache Mehrfachhäuselbauer und Ausseuerimmobilienerrichter. Weitere 15 Mrd. fließen in de GR Staatskasse für Merhfachrentner, Blinde etc. und den ohnehine kaum im Büro anwesenden aufgeblähten, überbezahlten und häufig korrupten Beamtenapparat. Und für die Alimentierung der politischen Kalasse sowie deren Angehörige und Freunde. Gut gemacht Frau Merkel!

  • Ich habe das Gefühl, dass die Europa-Mafia unser Steuergeld gar nicht schnell genug nach Griechenland überweisen kann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%