Hilfsplan: Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?

Hilfsplan
Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?

Extrem hohe Finanzierungskosten schnüren Italien und Spanien die Luft ab. Nun soll der Rettungsfonds ESM in die Bresche springen. Doch die italienisch-französischen Pläne stoßen auf erbitterten Widerstand.
  • 60

Paris/Düsseldorf/Los CabosAlles Sparen hilft nicht. Nach Spanien kämpft auch Italien in der europäischen Schuldenkrise mit hohen Risikoaufschlägen auf seine Staatsanleihen. Jüngst erst warnte der italienische Ministerpräsident Mario Monti vor den möglichen Konsequenzen: Der Reformwille der Bevölkerung werde erlahmen, wenn ihre Opfer sich nicht in sinkenden Zinsen niederschlügen.

Seit Tagen wird wegen der zunehmend schwierigen Finanzierungslage vermutet, dass das Land bald unter den europäischen Rettungsschirm gehen muss - was mit strikten Konditionen seitens der EU und des Internationalen Währungsfonds verbunden wäre.

Eine andere Lösung könnte der Aufkauf von italienischen Staatsanleihen sein. Nachdem Monti dies unlängst für die Europäische Zentralbank  aus Respekt vor der Unabhängigkeit der EZB ausgeschlossen hatte, liegt sein Fokus nun offenbar auf dem europäischen Rettungsfonds ESM.

So hat der italienische Premier am Rande des G20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos angeregt, "die Finanzierungskosten der Länder zu stabilisieren, die sich an ihren Kalender für Reformen halten, und das muss sich deutlich vom Konzept der Rettung unterscheiden." Konkret schwebt Monti vor, dass EFSF oder ESM italienische Staatsanleihen kaufen sollen, um deren Zinsen nach unten zu drücken. Dabei kann Monti auf prominente Unterstützung zählen - etwa die von Francois Hollande.

Frankreichs Staatspräsident befürwortet Montis Vorschlag, der auf eine Stützung des Landes ohne formelles Programm der europäischen Rettungsfonds EFSF und ESM hinausläuft. Hollande sagte dazu, diese Idee verdiene es, bei seinem Treffen mit den Regierungschefs Deutschlands, Italiens und Spaniens am Freitag in Rom diskutiert zu werden.

Seite 1:

Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?

Seite 2:

Deutschland ist dagegen

Kommentare zu " Hilfsplan: Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.


  • "Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?"

    Was soll diese Falschinformation???


    Richtig wäre:

    Soll der ESM mit Milliarden an Steuergeldern Italiens Gläubiger retten?


    Der ESM hilft nicht den notleidenden Staaten, sondern ihren Gläubigern!!! ( Bankstern )


    Deren Risiken werden dank ESM auf die Allgemeinheit übertragen.


    AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!

    Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.wissensmanufaktur.net

  • @Lilly:
    >" der auf eine Stützung des Landes ohne formelles Programm der europäischen Rettungsfonds EFSF und ESM hinausläuft."<
    Die Gelder aus den Rettungschirmen werden gegen Auflagen vergeben (Spardiktat, Geld gegen Auflagen etc...)

    ABER:
    (1) Wenn EFSF (D haftet mit 211 Mrd) und ESM (D haftet mit 280 Mrd) nun massiv direkt PIGS Staatsanleihen am Markt aufkaufen , geschieht das ganz ohne jedwede Auflagen.

    (2) Dazu kann die EZB unter der Leitung eines Italo-Goldman-Sachsen auch noch eingreifen und (gesetzesbrecherisch) noch viel mehr PIGS Schrottanleihen erwerben als zuvor. (D haftet hier mit einem EZB Anteil von 27%).

    (3) Die EZB kann die PIGS Banken wieder mal mit 500Mrd austatten 1% Zins 3 Jahre Laufzeit (unbesichert versteht sich), die Banken kaufen dann die Anleihen ihrer Staaten. (bisher haftet D mit 290 Mrd aus vorherigen Aktionen)

    Alle 3 Verfahren finanzieren die Pleitestaaten, OHNE das auch nur die geringsten Reform/Spar ... Auflagen erfolgen.

  • Die Vereinigten Staaten von Europa sollten von den USA die no-bail-out-Klausel übernehmen. Washington haftet für keinen einzigen Bundesstaat, kein Bundesstaat haftet für einen anderen; das ist der Souveranität geschuldet - m.E. nachahmenswert. Wenn man Transfer-zahlungen ohne Bedingungen an ein Land zahlt, sieht man ja bei unserem deutschen Länderfinanzausgleich, was dabei herauskommt: die Nehmerländer bieten naturgemäß mehr Sozialklimbim als die Geberländer! Das nennt man "moral hazard", und nur Regeländerungen könnten etwas ändern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%