Hilfsprogramme
IWF nimmt Banken aus dem Westen in die Pflicht

Der Internationale Währungsfonds (IWF) nimmt die im krisengeschüttelten Osteuropa tätigen westlichen Banken in die Pflicht. In einer bislang einmaligen Aktion erklären sich elf private Geschäftsbanken aus Österreich, Italien, Frankreich und Griechenland dazu bereit, die milliardenschweren Hilfsprogramme in Rumänien und Serbien zu unterstützen.

WIEN. In der vergangenen Woche hatte der IWF zusammen mit der EU, der Weltbank und anderen internationalen Finanzinstitutionen Notpakete in Höhe von 20 Mrd. Euro für Rumänien und drei Mrd. Euro für Serbien beschlossen. Beide osteuropäischen Länder sind durch die Krise in Schwierigkeiten geraten und hätten ihre Auslandsschulden möglicherweise nicht mehr bezahlen können. Die Notkredite sollen Rumänien und Serbien flüssig halten und internationale Verwerfungen verhindern. In Osteuropa hatten 2008 bereits Ungarn, Lettland und die Ukraine Geld in Milliardenhöhe vom Währungsfonds bekommen.

Die internationale Finanzhilfe kann aber nicht ausreichend wirken, wenn die in Osteuropa tätigen Geschäftsbanken nicht mitspielen. In der Region geht die Sorge um, dass die Mutterbanken in Österreich oder Italien ihre in Osteuropa tätigen Töchter anweisen könnten, Milliarden aus dem Osten zurück in die Zentralen zu überweisen. "Wir müssen sicherstellen, dass keine harte Währung aus unserem Land abfließt", sagte Serbiens Nationalbank-Chef Radovan Jelasic.

Das Geld vom IWF kommt jetzt zwar, die Milliardenbeträge von den Geschäftsbanken werden aber gebraucht. Der erhoffe Liquiditätsschub durch die Hilfe des Währungsfonds würde ohne privatwirtschaftliche Flankierung ausbleiben. Dass Sorgen um einen möglichen Rückzug westlicher Banken nicht unberechtigt sind, zeigt das Beispiel Griechenland. Dort hatte die Politik die vor allem auf dem Balkan aktiven griechischen Banken dazu aufgefordert, die Geldnöte auf dem Heimatmarkt mit Rücküberweisungen aus Osteuropa zu mildern.

Mit ihrer Verpflichtungserklärung gegenüber dem IWF wird nun exakt verhindert, dass die wichtigsten westlichen Banken ihre Gelder aus Rumänien und Serbien abziehen. Im Fall Rumänien erklären sich die Geschäftsbanken sogar bereit dazu, dem Land künftig noch mehr Geld zu geben. "Ein zusätzlicher Kapitalbedarf kann nicht ausgeschlossen werden und wird auch bereitgestellt", heißt es in der Erklärung.

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