Hillary Clinton
Die eiserne Lady der Umverteilung

Hillary Clinton stürzt sich in den Wahlkampf und greift die Finanzoligarchie an. Wahlen, glauben ihre Strategen, werden nicht in der Mitte gewonnen, sondern mit der Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft.
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WashingtonVergessen sind dritter Weg und neue Mitte: Hillary Clinton zieht als Linke in den Präsidentschaftswahlkampf 2016. „Wohlstand darf nicht Firmenchefs und Hedgefonds-Managern vorbehalten sein”, ruft sie. „Amerika kann nicht erfolgreich sein, wenn ihr keinen Erfolg habt.“

Tausende Anhänger jubeln ihr zu. Mit einem Großevent am Samstag auf der New Yorker Insel Roosevelt Island hat die Hillary-Kampagne nun offiziell begonnen.

Präsident Franklin Roosevelt hat den amerikanischen Sozialstaat begründet, Clinton sieht sich in seiner Tradition. Die Wiederentdeckung der sozialen Frage ist ein bemerkenswerter Wandel für Amerika, auch die Republikaner spüren inzwischen, dass sie das Thema Ungleichheit nicht mehr ignorieren können. Bisher aber haben sie keine überzeugenden Lösungsvorschläge unterbreitet.

Die Demokraten wähnen sich im Vorteil. „Es mag ein paar neue Stimmen im republikanischen Chor geben“, spottet Clinton. „Aber sie singen das alte Lied. Dieses Lied heißt gestern. Sie glauben an das Gestrige.“

Ein Wahlkampf der Kontraste soll es werden. Rechts versus Links. Steuersenkungen für Großverdiener versus Hilfen für die Mittelschicht. Rückschritt versus Fortschritt.

Die Demokraten rücken nach links, so wie die Republikaner schon vor Jahren nach rechts gerückt sind. Clinton kann und will sich diesen Strömungsverhältnissen nicht entziehen. Vergessen ist der dritte Weg, die neuen Demokraten, deren moderaten, wirtschaftsfreundlichen Kurs ihr Ehemann Bill in den 1990ern prägte.

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