Hillary Clinton und Christine Lagarde
„Wir sind eine Bedrohung für die Männer“

Die Powerfrauen Christine Lagarde und Hillary Clinton lästern in New York auf einer Konferenz gemeinsam über die männliche Dominanz – und verraten ihre ganz heimlichen Zukunftspläne.
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New YorkEs passiert nicht oft, dass Hillary Clinton und Christine Lagarde zusammen über Männer lästern können. Und das auch noch live, auf der Bühne, vor laufenden Kameras. Deshalb kosten die frühere US-Außenministerin und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) den Abend auch sichtlich aus.

„Ich glaube, dass Frauen für eine ganze Reihe von Situationen besser gewappnet sind als Männer. Und sie können sich besser anpassen, was ein Zeichen von Intelligenz ist“, eröffnet Lagarde ihre Argumentation und erntet Jubelrufe aus dem Publikum. „Und wenn meine Theorie korrekt ist, dann sind wir eine Bedrohung für die Männer.“ Sie schaut grinsend über ihre linke Schulter. Clinton applaudiert.

Im Gleichschritt sind die Damen am Donnerstagabend auf die Bühne gekommen. Dort, wo sonst das New York City Ballet auftritt, dreht sich an diesem Abend alles um Frauen und um Macht. „Women in the World“ heißt die Konferenz der ehemaligen Newsweek-Chefin Tina Brown, die von dem Power-Duo Clinton-Lagarde eröffnet wird.

Ihre Wege weisen erstaunlich viele Parallelen auf, obwohl Clinton in den USA und Lagarde in Frankreich Karriere gemacht hat. Beide haben als Juristinnen angefangen und sich auf ihrem Weg an die Spitze immer wieder gegen Männer behaupten müssen. Beide haben es sich zur Aufgabe gemacht, andere Frauen zu fördern und gegen deren Benachteiligung anzukämpfen. Und beide sind haben große Freude daran, ihre Anekdoten zu teilen.

Clinton erinnert sich an eine Zeitungskolumne, die sie vor vielen Jahren als Anwältin im Bundesstaat Arkansas gelesen hat. Es geht um die Frage, wie man sein erstes eigenes Büro dekorieren soll. Die Antwort: „Wenn Sie ein Mann sind, dann stellen Sie ein Foto von Ihrer Frau und ihren Kindern auf. Das zeigt, dass sie ein verantwortungsbewusster Familienvater sind. Wenn Sie eine Frau sind, stellen Sie kein Bild von ihrer Familie auf. Sonst denken alle, Sie können sich nicht auf die Arbeit konzentrieren“, erzählt Clinton.

Auftritte wie diese sind für sie immer auch Werbung für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2016. Seit Monaten hält sie sich in dieser Frage bedeckt. Doch hinter den Kulissen arbeitet längst ein ausgefeiltes Wahlkampf-Team, um Unterstützer zu mobilisieren.

Auch Lagarde hat bereits einen Fanclub für ihre Zeit nach dem IWF, die just im amerikanischen Wahljahr 2016 endet. Die einflussreiche britische Zeitschrift „The Economist“ hat sich für die Französin als Präsidentin der Europäischen Kommission ausgesprochen. „Denken Sie mal darüber nach“, stichelt der Moderator die beiden ehrgeizigen Frauen an, „Clinton Präsidentin der USA und Lagarde Präsidentin der EU-Kommission. Wäre das nichts?“ Damit hat er offenbar einen Nerv getroffen. Die Frauen grinsen, heben die Hände und klatschen sich ab.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

Kommentare zu " Hillary Clinton und Christine Lagarde: „Wir sind eine Bedrohung für die Männer“"

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  • Das werden die Männer aushalten müssen. Ob zu ihrem Wohl oder Wehe wird sich leider erst in 20 Jahren zeigen. Eigentlich sollten die Frauen nicht nur ihr Wohl, sondern auch das Wohl der Männer im Auge haben, damit es nicht zu einer Auseinandersetzung zwischen den Geschlechtern kommt. Gute Aussichten für gleichgeschlechtliche Beziehungen, wenn man von den Aussichten für den Fortbestand der Menschen absieht.

  • Zitat: »Hütet euch den Weibern mehr Rechte einzuräumen, wenn sie euch gleich gestellt sind, sind sie euch überlegen«.

    Ich weiss leider nicht mehr von wem es stammt. Aber ganz Unrecht hat er nicht ;–)), allein wenn man sich in »D« so umschaut. Die vier mächtigsten Frauen sind Änne Burda, Liz Mohn, Friede Springer und Angela Merkel und zwar in dieser Reihenfolge.

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