Hinrichtung in Nordkorea

„Schlechte Sitzhaltung“ kostet Vize-Regierungschef das Leben

Terrorregime in Nordkorea: Machthaber Kim hat einem Bericht zufolge seinen Vize-Regierungschef hinrichten lassen – wegen Respektlosigkeit. Die Strafen für andere Funktionäre fallen milder aus.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (r) hat seinen Vize-Regierungschef Kim Yong Jin (M) laut einem Medienbericht hinrichten lassen. Quelle: AP
Erschießungskommando für Vize-Regierungschef

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (r) hat seinen Vize-Regierungschef Kim Yong Jin (M) laut einem Medienbericht hinrichten lassen.

(Foto: AP)

SeoulNordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Angaben der südkoreanischen Regierung einen seiner Vize-Regierungschefs wegen Respektlosigkeit hinrichten lassen. Wie der Sprecher des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul am Mittwoch sagte, wurde der für Bildung zuständige Politiker Kim Yong Jin bereits im Juli als „antirevolutionärer Agitator“ vor ein Erschießungskommando gestellt. Kim sei wegen seiner „schlechten Sitzposition“ im nordkoreanischen Parlaments aufgefallen, er habe nicht gerade gesessen. Bei einem Verhör seien dann noch weitere Vergehen aufgedeckt worden.

Die südkoreanische Zeitung „JoongAng Ilbo“ hatte bereits am Dienstag über die angebliche Hinrichtung ranghoher Regierungsvertreter in Nordkorea berichtet. Allerdings nannte sie einen Bildungspolitiker mit einem anderen Namen. Dieser habe Kims Zorn auf sich gezogen, weil er bei einer Sitzung eingeschlafen sei.

Das blutige Regime in Pjöngjang
Schreckensherrschaft in Pjöngjang
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Mit seiner Rüstungspolitik beunruhigt Nordkorea die Nachbarländer. Erst vor wenigen Tagen feierte Pjöngjang wieder einen Raketentest. Während Machthaber Kim Jong Un mit seiner Rüstungspolitik das Ausland beunruhigt, sorgt er im Inland für Terror – durch Hinrichtungen, die sogar Spitzenpolitiker betreffen.

Vize-Regierungschef Kim Yong Jin
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Kim Yong Jin (r.) reiht sich als neuestes Mitglied in die Liste nordkoreanischer Politiker ein, der sein Leben lassen musste: Der Machthaber Kim ließ nach Angaben der südkoreanischen Regierung seinen Vize-Regierungschef wegen Respektlosigkeit hinrichten. Bereits im Juli soll der für Bildung zuständige Politiker als „antirevolutionärer Agitator“ vor ein Erschießungskommando gestellt worden sein.

„Schlechte Sitzposition“ im nordkoreanischen Parlament
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Der Vize-Regierungschef Kim war dem Medienbericht zufolge wegen seiner „schlechten Sitzposition“ im nordkoreanischen Parlament aufgefallen. Bei einem Verhör seien dann noch weitere Vorgehen aufgedeckt worden. In der südkoreanischen Zeitung „JoongAng Ilbo“ war zuvor bereits über eine angebliche Hinrichtung ranghoher Regierungsvertreter in Nordkorea berichtet worden. Allerdings wurde ein Bildungspolitiker mit einem anderen Namen genannt. Dieser habe Kims Zorn auf sich gezogen, weil er bei einer Sitzung eingeschlafen sei.

Spitzenpolitiker Kim Yong Chol
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Zwei weitere nordkoreanische Funktionäre mussten sich einer Umerziehung unterziehen, wie das Wiedervereinigungsministerium in Seoul weiter berichtete. Dazu zähle Kim Yong Chol, der für innerkoreanische Beziehungen und Spionageaktivitäten gegen den Süden zuständig sei. Wie der Ministeriumssprecher sagte, wurde er im Juli wegen „Arroganz“ und „Machtmissbrauchs“ auf einen landwirtschaftlichen Betrieb verbannt, konnte danach aber wieder auf seinen Posten zurückkehren.

Verteidigungsminister Hyon Yong Chol
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Im April 2015 hatte die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst gemeldet, Verteidigungsminister Hyon Yong Chol sei wegen Kritik an Kim abgesetzt und exekutiert worden. Diese Information wurde später aber wieder in Zweifel gezogen.

Jang Song Thaek, der Onkel von Machthaber Kim
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Selbst vor der eigenen Familie macht der Diktator nicht Halt. Im Dezember 2013 ließ Kim seinen einflussreichen Onkel Jang Song Thaek (links, hier im Gespräch mit Chinas ehemaligem Ministerpräsidenten Wen Jiabao) hinrichten, dem Verrat und Korruption vorgeworfen wurde.

Pjöngjang schweigt zu den Berichten über Hinrichtungen
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Offiziell bestätigte Pjöngjang die Berichte über etwaige Hinrichtungen nie. Nordkorea gehört zu den am stärksten abgeschotteten Ländern der Welt, es herrscht Zensur, und die Opposition wird unterdrückt.

Nach Angaben des Ministeriums mussten sich zwei weitere Funktionäre einer Umerziehung unterziehen, darunter Kim Yong Chol, der für innerkoreanische Beziehungen und Spionageaktivitäten gegen den Süden zuständig sei. Wie der Ministeriumssprecher sagte, wurde er im Juli wegen „Arroganz“ und „Machtmissbrauchs“ auf einen landwirtschaftlichen Betrieb verbannt, konnte danach aber wieder auf seinen Posten zurückkehren.

Kim soll bereits mehrfach politische Weggefährten gewaltsam aus dem Weg geräumt haben. Im April 2015 hatte die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst gemeldet, Verteidigungsminister Hyon Yong Chol sei wegen Kritik an Kim abgesetzt und exekutiert worden. Diese Information wurde später aber wieder in Zweifel gezogen. Im Dezember 2013 ließ Kim seinen einflussreichen Onkel Jang Song Thaek hinrichten, dem Verrat und Korruption vorgeworfen wurde.

Offiziell bestätigte Pjöngjang die Berichte nie. Nordkorea gehört zu den am stärksten abgeschotteten Ländern der Welt, es herrscht Zensur, und die Opposition wird unterdrückt.

  • afp
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