Hinter USA und Japan
Deutschland verteidigt bei Patenten Platz drei

Im Land der Dichter und Denker wurden auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Patente angemeldet: Deutschland rangiert mit mehr als 16 000 Gesuchen international auf Rang drei. Lediglich zwei Industrienationen stehen davor – aber mit deutlichem Vorsprung.

GENF. Deutschland hat im vergangenen Jahr seine starke Position bei internationalen Patentanmeldungen behauptet. Deutsche Unternehmen und Privatpersonen reichten fast 17 000 Patente bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf ein – 5,8 Prozent mehr als 2005. Damit belegte die Bundesrepublik wie im Vorjahr den dritten Platz.

Vor allem große Unternehmen versuchen, ihre Produkte und Innovationen auf den globalisierten Märkten zu schützen. So reichte allein Siemens fast 1 500 internationale Patentanmeldungen bei der Wipo ein. Der Konzern landet damit auf der Rangliste der internationalen Firmen an dritter Stelle. Die Robert Bosch GmbH rangiert mit knapp 1 000 Anmeldungen unter den innovativsten Firmen weltweit auf Platz fünf, BASF auf Rang sieben. Spitzenreiter ist der niederländische Philips-Konzern mit knapp 2 500 Gesuchen. Bei den Ländern haben die USA mit rund 50 000 Patentanmeldungen die Nase vorn, gefolgt von Japan mit 27 000. Deutschland liegt seit Jahren in der Spitzengruppe, musste jedoch Rang zwei 2003 an Japan abgeben.

Insgesamt verzeichnete die Wipo im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert von mehr als 145 000 Gesuchen. „Der Anstieg spiegelt die Dynamik der Globalisierung wider“, sagte der Vize-Generaldirektor der Wipo, Francis Gurry. Ein massiver Schub an Innovationen kam dabei aus Ostasien. Südkorea überholte Großbritannien und Frankreich und belegte 2006 den vierten Platz in der Länderrangliste. Auch die Anmeldungen aus China stiegen gegenüber 2005 rasant an. Das Reich der Mitte rangiert auf dem achten Platz. Der Aufstieg Chinas und Koreas sowie der zweite Rang Japans seien ein Zeichen für das zunehmende wirtschaftliche Gewicht Ostasiens, so Gurry. Zudem werden mehr und mehr Instruktionen und Konstruktionspläne in den ostasiatischen Sprachen verfasst.

Die meisten internationalen Patentanmeldungen erreichten die Wipo aus dem Bereich der Telekommunikationstechnologie (10,5 Prozent), gefolgt von der Pharma- (10,4 Prozent) und der Informationstechnikbranche (10,4 Prozent).

Unternehmen und Privatpersonen können über das Wipo-System gleichzeitig in 136 Ländern Patentschutz suchen. Darunter befinden sich die wichtigsten Volkswirtschaften wie die USA, die EU-Staaten, Japan und China. Grundlage ist der Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT) der Wipo. Diesen Kontrakt haben 136 Staaten unterzeichnet. Mit einer PCT-Anmeldung erzielt der Anmeldende die gleiche Wirkung, als wenn er simultan bei 136 Staaten ein Gesuch eingereicht hätte. Statistisches Material über die tatsächliche Gewährung von Patenten nach der Anmeldung über das PCT-Verfahren ist laut Wipo kaum zu finden.

Nach Schätzungen der Weltorganisation für geistiges Eigentum läuft fast die Hälfte der internationalen Anmeldungen über das PCT-Verfahren. Es ist aber auch möglich, Patente direkt bei nationalen Stellen oder Behörden regionaler Zusammenschlüsse anzumelden. Allerdings ist eine Patentanmeldung über das System der Wipo keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg: Nach Gurrys Schätzung bringen nur etwa zehn Prozent der Patente ihren Haltern tatsächlich Gewinn.

Top-Innovatoren

Länder:

Die meisten internationalen Patentanmeldungen (50 000) kamen im vergangenen Jahr aus den USA. Auf dem zweiten Platz liegt Japan mit rund 27 000 Gesuchen vor Deutschland mit knapp 17 000. Auf den weiteren Plätzen folgen Südkorea, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und China.

Konzerne:

Bei den Unternehmen hat der niederländische Philips-Konzern mit knapp 2 500 Anmeldungen die Nase vorn. Deutscher Spitzenreiter ist Siemens mit Platz drei in der Unternehmensrangliste. Unter den 20 aktivsten Gesellschaften rangieren sieben aus den Vereinigten Staaten, vier aus Japan und vier aus Deutschland.

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