Hintergrund der Tat noch unklar
Briefbombenanschlag auf Romano Prodi

Nur knapp ist EU-Kommissionspräsident Prodi einem Anschlag mit einer Briefbombe entgangen. Er hatte die Postsendung an seine Privatadresse selbst geöffnet.

HB BERLIN. Auf EU-Kommissionspräsident Romano Prodi ist ein Briefbombenanschlag verübt worden. Der Politiker blieb unverletzt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete. Demnach öffnete Prodi in seiner Wohnung in Bologna den Brief, der aber nicht explodierte. Die Postsendung sei lediglich in Flammen aufgegangen. Prodi kam mit dem Schrecken davon. Der Hintergrund der Tat ist noch unklar.

Erst am 21. Dezember waren zwei kleine Sprengsätze in der Nähe von Prodis Haus explodiert, die in Müllbehältern versteckt waren. Dazu bekannte sich am Dienstag in einem Schreiben an die Zeitung «La Repubblica» eine bislang unbekannte Gruppe mit dem Namen Informeller Anarchistischer Bund (FAI). In dem Schreiben hieß es, man habe Prodi als Ziel ausgesucht, weil er Repräsentant einer repressiven neuen europäischen Ordnung sei. Es wurden indirekt weitere Anschläge angekündigt.

Angesichts dieser Drohungen sei er beim Öffnen seiner Post sehr vorsichtig, sagte Prodi. Er habe das Päckchen mit größter Sorgfalt geöffnet und es weit von sich gehalten. In dem Päckchen befand sich den Angaben zufolge ein Buch, dessen Seiten ausgeschnitten waren. In der Aushöhlung war Sprengpulver versteckt.

Bei dem Buch handelt es sich um den Roman «Lust» des Schriftstellers Gabriele D'Annunzio. Der Autor, der 1938 starb, war ein früher Anhänger des faschistischen Diktators Benito Mussolini. Prodi kommentierte trocken: Die Wahl des Buches sei wohl ironisch zu verstehen.

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